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Merkel will im Reich der Mitte für Europa werben

Mit China-Besuch soll Vertrauen in Eurozone stärken

Berlin (dapd). Bundeskanzlerin Angela Merkel will bei ihrem Chinabesuch in dieser Woche um Vertrauen und für Investitionen in Europa werben. Im Mittelpunkt der zweitägigen Visite in Peking und Kanton stünden wirtschaftliche Fragen, hieß es am Dienstag aus Regierungskreisen. Die chinesische Seite habe ein starkes Interesse an einem starken Euro und einer starken Euro-Zone. Erörtert werden soll auch die chinesische Reaktion auf das Ölimportembargo der EU gegen den Iran. Zudem will sich die Kanzlerin für die Rechte der Minderheiten in China einsetzen.

Die Kanzlerin wird am Mittwochnachmittag nach China aufbrechen. Am Donnerstag wird sie mit militärischen Ehren von Ministerpräsident Wen Jiabao empfangen. Beide Politiker laden im Anschluss zu einer Pressekonferenz. Die Kanzlerin wird auch mit Staatspräsident Hu Jintao und dem Vorsitzenden des Nationalen Volkskongresses, Wu Bangguo, zusammentreffen. Geplant sind ferner ein Essen mit Finanzvertretern sowie ein Treffen mit chinesischen Studenten. Merkel wird außerdem an der Chinesischen Akademie für Sozialwissenschaften in Peking eine Rede zur Finanzpolitik halten.

Chinas Devisenreserven werden auf über 3,2 Billionen US-Dollar geschätzt. Vor diesem Hintergrund will Merkel bei dem zweitägigen Treffen auch mit Finanzinvestoren sprechen. Von deutscher Seite hieß es, der europäische Rettungsschirm EFSF sei offen für Investoren. Merkel werde "in China jedoch nicht als Investmentbankerin auftreten". Vielmehr gebe es ein gemeinsames Interesse, die Euro-Zone zu stabilisieren. Auch die vom Internationalen Währungsfonds IWF angestrebte Mittelaufstockung werde ein Thema sein.

Die CDU-Vorsitzende wird von einer hochrangigen Wirtschaftsdelegation mit 20 Vertretern der deutschen Wirtschaft begleitet, darunter Vorstandschefs von Dax-Unternehmen und dem Mittelstand. Die Unterzeichnung eines großen Abkommens steht jedoch nicht an. Von Regierungskreisen wurde zugleich erläutert, Deutschland habe ein "großes Interesse" an chinesischen Direktinvestitionen. Bislang gebe es 800 chinesische Firmen, die in der Bundesrepublik tätig seien.

Es ist der fünfte Besuch der Kanzlerin in China. Nach Peking steht am Freitag in Kanton eine Firmenbesichtigung, eine Rede auf einem Wirtschaftsforum sowie ein Treffen mit Wirtschaftsvertretern aus Deutschland und China auf dem Programm. Premier Wen wird Merkel nach Kanton begleiten.

Deutschland und China feiern 2012 den 40. Jahrestag ihrer diplomatischen Beziehungen. China wird dieses Jahr das Partnerland der Hannover-Messe sein.

dapd

 
erschienen am 31.01.2012
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