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Vatikan erhebt zwei deutsche Geistliche zu Kardinälen

Papst ehrt Berliner Erzbischof Rainer Maria Woelki und Jesuitenpater Karl Josef Becker

Berlin/Rom (dapd). Neun von 214 Kardinälen der katholischen Kirche kommen künftig aus Deutschland: Papst Benedikt XVI. hat am Freitag zwei weitere Geistliche in den Kardinalsrang erhoben. Offiziell werden der Berliner Erzbischof Rainer Maria Woelki und der Jesuitenpater Karl Josef Becker am 18. Februar gemeinsam mit 20 weiteren Geistlichen mit einer Zeremonie in ihr Amt eingeführt, wie der Vatikan und der Sender Radio Vatikan am Freitag mitteilten. Die Deutsche Bischofskonferenz und die Kanzlerin übermittelten ihre Glückwünsche.

Für die deutschen Katholiken bedeutet die Würdigung nach dem Papstbesuch im vorigen Jahr eine weitere symbolische Anerkennung binnen weniger Monate. Bundeskanzlerin Angela Merkel bezeichnete die doppelte Einführung in den Kardinalsrang als "außergewöhnliche Ehre". Damit würden Woelki und Becker für ihr bisheriges Wirken gewürdigt, ließ die Christdemokratin über Regierungssprecher Steffen Seibert ausrichten.

Der 55-Jährige Woelki ist nach Angaben des Erzbistums Berlin damit der Jüngste unter allen Kardinälen weltweit. Für ihn sei die Ernennung eine "große Ehre" und Ermutigung zugleich, hieß es in einer Mitteilung des Erzbistums. Damit würdige der Papst nach seinem Besuch im Erzbistum auch "die Bedeutung Berlins als deutsche Hauptstadt und Sitz der Bundesregierung".

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Robert Zollitsch, wertete es in einem Gratulationsschreiben als "außerordentliches Zeichen der Wertschätzung des Heiligen Vaters", dass er den erst seit kurzem amtierenden Erzbischof Woelki in den Kardinalsstand erhebe. Nach Ansicht von Berlins Regierendem Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) dürfen "die Katholiken in Berlin sowie im Osten unseres Landes die rasche Ernennung als besondere Anerkennung verstehen".

Zollitsch gratulierte zudem auch dem 83 Jahre alten Becker zur Auszeichnung, in der die Anerkennung "Ihrer Person und Ihres jahrzehntelangen theologischen Wirkens" zum Ausdruck komme. Der Dogmatikprofessor habe an der Päpstlichen Universität Gregoriana "vielen Studentengenerationen die entscheidenden Traktate der Theologie erschlossen" und den Papst in zahllosen Fragen zuverlässig beraten. Zuvor hatte bereits Radio Vatikan berichtet, dass es sich bei dem zweiten deutschen Neu-Amtsträger um Becker handelt.

Woelki selbst bezeichnete seine Ernennung als "Ermutigung für alle Katholiken, die in der Diaspora leben". Er habe diese Ehre "so kurz nach den ereignisreichen ersten Monaten in Berlin nicht erwartet". Erst im Sommer 2011 war Woelki als Weihbischof aus Köln nach Berlin gekommen, um sein Amt im Erzbistum Berlin anzutreten, dass auch große Teile Brandenburgs sowie den Osten Mecklenburg-Vorpommerns umfasst. Insgesamt leben im Einzugsbereich etwa 390.000 Katholiken.

Kardinäle gelten als die wichtigsten Berater des Papstes. Von den 22 Neuzugängen, zu denen unter anderem auch Geistliche aus New York, Prag, Toronto und Hongkong zählen, liegen 18 unter der wichtigen Altersschwelle von 80 Jahren. Damit steigt die Zahl der Kardinäle, die jung genug sind um den künftigen Papst bestimmen zu dürfen, auf 125. Insgesamt gibt es künftig 214 Kardinäle, davon neun Deutsche, von denen wiederum sechs wahlberechtigt sind.

Papst Benedikt gab die Namen der neuen Kardinäle am Freitag nach einer Messe anlässlich des Dreikönigsfests bekannt. Das öffentliche "Konsistorium für die Kreierung zum Kardinal" ist nach Angaben der Bischofskonferenz für den 18. Februar 2012 in Rom vorgesehen.

dapd

 
erschienen am 06.01.2012
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