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13 Nominierungen für "Das Weiße Band"
Hanekes Drama ist Favorit beim Deutschen Filmpreis
Berlin (ddp). "Das weiße Band" geht als großer Favorit ins Rennen um den Deutschen Filmpreis 2010. Das Vorkriegsdrama von Regisseur Michael Haneke wurde am Freitag 13 Mal nominiert, darunter in der Kategorie des besten Films. Weitere Anwärter auf den Preis sind "Alle Anderen" von Maren Ade, "Die Fremde" von Feo Aladag, "Soul Kitchen" von Fatih Akin, "Sturm" von Hans-Christian Schmid und "Wüstenblume" von Sherry Hormann, wie Kulturstaatsminister Bernd Neumann (CDU) in Berlin verkündete. Verliehen werden die Lolas am 23. April im Berliner Friedrichstadtpalast. Erstmals wird laut Neumann Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) an der Gala teilnehmen.
"Das weiße Band" erzählt von mysteriösen Unfällen in einem norddeutschen Dorf vor Beginn des Ersten Weltkriegs und wurde bereits mit der Goldenen Palme in Cannes, dem Europäischen Filmpreis und dem Golden Globe gekürt. Bei den Oscars ging die deutsch-österreichisch-französisch-italienische Koproduktion indes leer aus. Beim Deutschen Filmpreis tritt das Drama unter anderem noch in den Kategorien Bestes Drehbuch, Beste Regie und Beste Kamera an. Zudem ist der Film in allen darstellerischen Sparten vertreten.
Sechs Nominierungen gab es für das Drama "Die Fremde", welches das Thema Ehrenmorde auf die Leinwand bringt. Mit fünf Nominierungen geht das Politdrama "Sturm" über die Folgen des Bosnien-Krieges ins Rennen. Jeweils vier Nominierungen bekamen "Hilde" über das Leben der Hildegard Knef, die Romanverfilmung "Die Päpstin" und "Wickie und die starken Männer", die Realverfilmung der Zeichentrickserie von Michael "Bully" Herbig.
Hoffnungen auf die Lola als bester männlicher Hauptdarsteller können sich Burghart Klaußner ("Das weiße Band"), Henry Hübchen ("Whisky mit Wodka"), Devid Striesow ("So glücklich war ich noch nie") und Fabian Hinrichs ("Schwerkraft") machen. Um den Preis für die beste Hauptdarstellerin konkurrieren Corinna Harfouch ("This is Love"), Sibel Kekilli ("Die Fremde"), Susanne Lothar ("Das weiße Band") und Birgit Minichmayr ("Alle Anderen").
Bei den Nebendarstellern bewerben sich Maria-Victoria Dragus ("Das weiße Band"), Hannah Herzsprung ("Vision - Aus dem Leben der Hildegard von Bingen"), Jördis Triebel ("Die Päpstin") und Nadja Uhl ("Männerherzen") sowie Rainer Bock ("Das weiße Band"), Justus von Dohnányi ("Männerherzen"), Ulrich Noethen ("Henri 4") und Settar Tanriögen ("Die Fremde").
Neumann sagte, anlässlich der 60. Verleihung des Deutschen Filmpreises werde Merkel die Begrüßungsworte sprechen. Er werde zudem vorschlagen, dass die Kanzlerin auch die Goldene Lola für den besten Film überreiche. Merkel zeige durch ihre Teilnahme ihre Anerkennung für die aktuellen Erfolge des deutschen Films, sagte Neumann. Er habe sie überredet, einen anderen Termin ausfallen zu lassen und dieses Jahr zum Filmpreis zu gehen. Die Kanzlerin frage ihn auch privat immer wieder, welchen Film sie sich anschauen solle.
Das neue Präsidentenpaar der Deutschen Filmakademie, Iris Berben und Bruno Ganz, zeigte sich nach der Bekanntgabe der Nominierungen zufrieden mit der Wahl. Ganz sagte, er sei "sehr glücklich", dass "Das weiße Band" so sehr beachtet werde. Über sein neues Amt sagte er, es habe ihn "geradezu gerührt", dass das Vertrauen da gewesen sei, ihn zu wählen. Berben sagte, sie freue sich auf einen "tollen und spannenden Austausch".
Der Deutsche Filmpreis ist mit insgesamt 2,8 Millionen Euro dotiert. Die Lolas werden in 16 Kategorien vergeben. Neu ist in diesem Jahr ein Preis für das beste Maskenbild. Die zum dritten Mal in Folge von Barbara Schöneberger moderierte Gala wird am 23. April ab 21.45 Uhr in der ARD gezeigt.
(ddp)