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Kultur

Ein Special Teddy Award für Joe Dallesandro

Schauspieler gilt als "schönster Mann" seiner Generation auf der Leinwand


Foto: ddp

Berlin (ddp). Er war einer der avantgardistischen Stars des Underground-Films der 70er Jahre. Kaum ein Schauspieler vor ihm hat sich so deutlich zum männlichen Sexobjekt stilisieren lassen wie Joe Dallesandro und wurde so zu einer Ikone einer ganzen Generation. Lou Reed besang ihn in seinen berühmten Song "Walk On The Wild Side", sein Unterleib ziert das Cover des Rolling-Stones-Albums "Sticky Fingers" und die britische Band The Smiths huldigt Dallesandro mit einem Foto auf ihrem Debütalbum. Am Freitag wird dem US-Schauspieler Joe Dallesandro nun während der Gala zum 23. Teddy Award ein Special Teddy verliehen.

"Er ist ein wundervoller Schauspieler und er hat für alle Zeiten die männliche Sexualität auf der Leinwand verändert", schwärmt Regisseur John Waters, der mit Dallesandro in seinem Film "Cry-Baby" gearbeitet hat. "Dallesandro war nicht nur der schönste Mann seiner medialen Generation, sondern bot seine erotische Anziehungskraft an und hat sich bewusst objektivieren lassen", erklärt Wieland Speck, Leiter der Berlinale-Sektion Panorama, die besondere Faszination Dallesandros. "Er hat eine physische Erscheinung, derer man nie müde wird zuzusehen."

Schon als Teenager hatte der am 31. Dezember 1948 als Joseph Angelo Dallesandro in Florida geborene Schauspieler seine körperlichen Vorzüge einzusetzen gelernt. Als Waisenkind bei Pflegeeltern aufgewachsen, brannte der halbwüchsige Dallesandro durch. Er schlug sich als Stricher und Aktfotomodell durch, bis er zufällig von Regisseur Paul Morrissey und Andy Warhol entdeckt wurde.

Dallesandro erschien als die ideale Besetzung für die Hauptrolle eines jungen Prostituierten in deren Film "Flesh". Auch in den darauffolgenden Produktionen "Heat" und "Lonesome Cowboy" zeigte Dallesandro sehr bereitwillig seinen gut gebauten Körper. Nachdem in Italien die Dreharbeiten zu "Andy Warhol´s Frankenstein" und "Andy Warhol´s Dracula" abgeschlossen waren, entschied sich Dallesandro in Europa zu bleiben.

Trotz kleinerer Rollen in Filmen von Louis Malle und Jacques Rivette entwickelte sich die Karriere allerdings nicht wie erhofft. Anfang der 80er Jahre kehrte er deshalb wieder in die USA zurück und spielte unter anderem in Francis Ford Coppolas "The Cotton Club".

Nach Berlin ist Joe Dallesandro allerdings nicht nur angereist, um den Special Teddy Award in Empfang zu nehmen, sondern auch um Nicole Haeussers Film "Little Joe" über sein Leben und Werk vorzustellen. Produziert wurde die Dokumentation von Dallesandros Tochter Vedra Mehagian Dallesandro, einer Fotografin und Galeristin. Den Titel liefert Dallesandro selbst: Den Schriftzug "Little Joe" hatte sich der 60-Jährige als junger Mann auf seinen Oberarm tätowieren lassen.

Die Teddy Award Gala wird am Samstag ab 23.30 Uhr auf Arte sowie am Sonntag ab 23.30 Uhr im RBB übertragen.

(ddp/Foto: Berlinale)


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