Kultur

Keine Einigung bei den Bayreuther Festspielen

Weiter Streit um Tarifvertrag - Noch immer Streikdrohung der Gewerkschaft ver.di


Foto: ddp

Bayreuth (ddp-bay). Die Zeit wird immer knapper für eine Tarifeinigung bei den Bayreuther Wagner-Festspielen. Nach 17 Stunden Dauer wurden die Verhandlungen der Festspielleitung und der Gewerkschaft ver.di am Dienstagmorgen um 4.00 Uhr ergebnislos auf den 22. Juli vertagt - drei Tage vor der Festspielpremiere.

Festspielsprecher Peter Emmerich sagte, die Streikdrohung der Gewerkschaft stehe deshalb "leider immer noch im Raum". ver.di-Bezirksgeschäftsführer Peter Igl erwiderte: "Wenn es zu einer Tarifeinigung kommt, ist das vom Tisch. Unser Interesse ist ein Tarifvertrag und kein Streik."

Nach Angaben von Igl liegen beide Seiten "nicht mehr weit auseinander". Knackpunkt sei derzeit das Geld. Konkret gehe es um die Eingruppierung der rund 200 bühnentechnischen Beschäftigten der Festspiele, darunter rund 140 freie Mitarbeiter, in eine Lohntabelle. "Die Arbeitnehmer interessiert natürlich, wie viel sie künftig kriegen", sagte Igl. Außerdem sollen in dem Haustarifvertrag - er wäre der erste in der Geschichte der Wagner-Festspiele - Fragen der Arbeitszeit und der Arbeitsbedingungen festgelegt werden.

Emmerich räumte ein, dass es nun zeitlich eng werde. Doch beide Seiten hätten "ein vitales Interesse daran", dass es "nicht zum schlimmsten Fall kommt". Die Festspielleitung sei sehr an einer gütlichen Einigung interessiert. Doch selbst ein Streik werde die Aufführungen nicht gefährden: "Die Premiere wird stattfinden, das garantieren wir."

Der Festspielsprecher betonte, man habe eine große Verantwortung gegenüber dem Publikum. Viele hätten zehn Jahre auf ihre Karten gewartet und dürften nun nicht enttäuscht werden. Emmerich warnte die Gewerkschaft: "Der Imageschaden für die Festspiele, für Bayern, ja für ganz Deutschland wäre enorm", falls die Aufführungen beeinträchtigt würden.

Igl sagte, er und seine Gewerkschaftskollege seien selbst "stolz auf die Wagner-Festspiele in unserer Heimatstadt". Es gebe ein gemeinsames Interesse mit den Festspiel-Verantwortlichen, dass alles gut über die Bühne geht. Allerdings hätten die Beschäftigten ein Anrecht auf eine tarifvertragliche Absicherung.

(ddp)


Erschienen am 14.07.2009

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