Kultur

"Grenzüberschreitungen" sind Thema des Kultursommers Rheinland-Pfalz

Rund 250 Veranstaltungen im ganzen Land


Foto: ddp

Mainz (ddp-rps). Der 19. Kultursommer Rheinland-Pfalz beleuchtet in diesem Jahr vielfältige Grenzüberschreitungen in Politik, Kultur und Religion. Das Kultursommer-Motto "Über Grenzen" habe die Kulturszene im Land zu vielfältigen Assoziationen inspiriert, sagte Kulturministerin Doris Ahnen (SPD) am Dienstag bei der Vorstellung des Programms in Mainz. Bei den rund 250 Veranstaltungen im ganzen Land gehe es um historische Grenzen wie den römischen Limes, es würden politische Grenzen überwunden, aber auch solche zwischen Kulturen, Mentalitäten, Nationalitäten und Religionen. Schwerpunkte seien jedoch Ländergrenzen und "die Grenzen in unseren Köpfen", sagte Ahnen.

Zum Etat des Kultursommers steuert die Stiftung Rheinland-Pfalz für Kultur den Angaben zufolge unverändert rund 1,9 Millionen Euro zu, die gleiche Summe kommt noch einmal vom Land. Ahnen betonte, der Kultursommer sei noch immer eine "Bürgerbewegung", das Engagement der Bürger Voraussetzung dafür, "dass wir in einem Flächenland wie Rheinland-Pfalz ein Kulturangebot in einer solchen Breite hinbekommen." Der Kultursommer sei aber auch Partner großer Veranstaltungen wie dem Lahnsteiner Bluesfestival, das zum 30. Mal stattfindet, der Trierer Antikenfestspiele und dem Mosel Musikfestival.

Bei dem Cross-Over-Projekt "Die Schöpfung rockt" zur Eröffnung des Kultursommers am zweiten Maiwochenende in Idar-Oberstein trifft Rockmusik auf "Die Schöpfung" von Josef Haydn. Neu im Programm ist "Vis-à-Vis", ein Festival der Freien Theater aus der Pfalz, Baden und dem Elsass in Ludwigshafen. Das sei "ein gutes Beispiel, wie über Grenzen Neues zum Tragen kommt", sagte Ahnen. Einen interreligiösen Beitrag leistet etwa die Wormser Reihe "Musica Sacra" mit Teilnehmern aus Jordanien, Indien und Israel. Das Eifel-Literaturfestival öffnet die Grenze zu Nordrhein-Westfalen. "Es wird ein spannender und abwechslungsreicher Sommer", zeigte sich Ahnen überzeugt.

Kultursommer-Geschäftsführer Jürgen Hardeck erklärte, man werde bei den Veranstaltungen in diesem Jahr auf die Spielübertragungen der Fußball-Weltmeisterschaft in Südafrika Rücksicht nehmen. Auch während der WM werde es aber Angebote geben wie etwa das Festival "Mit Pauken und Trompeten" in den Mainzer Kammerspielen, das die Grenzen zwischen Musik und Theater aufheben will.

Die Wirtschaftskrise wirke sich bislang nicht auf die Besuche der Veranstaltungen aus, sagte Hardeck weiter. Der Binnentourismus werde auch über Ländergrenzen hinweg eher stärker, der Trend gehe zu "gegenseitigen Nahbesuchen", fügte er hinzu. Das gesamte Programm soll bis Ende April im Internet unter www.kultursommer.de verfügbar sein.

(ddp)


Erschienen am 09.03.2010

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