Foto: ddp

Afghanischem Museum in Hamburg droht Schließung

Das Museum ist in der historischen Speicherstadt untergebracht

Hamburg (ddp-nrd). Das Afghanische Museum in der Hamburger Speicherstadt steht vor dem Aus. Dem Haus drohe aus wirtschaftlichen Gründen die Schließung und Räumung, teilte der Museumsgründer Nek Mohamad am Donnerstag mit. Um das Museum doch noch erhalten zu können, hofft Mohamad unter dem Hilferuf "Retten Sie das Afghanische Museum mit einer Spende!" auf Unterstützung aus der Bevölkerung.

Das Afghanische Museum wurde 1998 von dem gebürtigen Afghanen gegründet, um Mitmenschen Afghanistan näher zu bringen. Ferner sollte den etwa 80 000 in Deutschland lebenden Afghanen ein Stück Heimat erhalten werden. Allein in Hamburg lebt ein Viertel aller nach Deutschland geflüchteten Afghanen.

Das privat geführte Museum ist in einem mehr als 100 Jahre alten Lagergebäude in der historischen Speicherstadt untergebracht und präsentiert anhand von mehr als 500 Exponaten einen Einblick in die Kultur des Landes.

Gezeigt werden etwa traditionelle Handwerksberufe wie der des Schuhmachers oder Porzellandoktors. Ebenso demonstriert das Museum, wie mühsam es ist, einen Teppich zu knüpfen. So muss man für einen afghanischen Teppich von guter Qualität den Angaben zufolge etwa 300 000 Knoten auf einem Quadratmeter knüpfen. In weiteren Nischen des Museums gibt es Nachbauten der Festung von Bost, des Minaretts von Djam und des ehemals großen Buddhas von Bamyan. Afghanistan war bis zur islamischen Eroberung im achten Jahrhundert ein buddhistisches Land.

(afghanisches-museum.de)

(ddp)

 
erschienen am 11.03.2010
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