Foto: ddp
Aufnahme von Maria Laach als Weltkulturerbe wird nicht schnell kommen
FDP warnt vor einem "Schnellschuss"
Mainz (dapd). Die Chancen der Benediktinerabtei Maria Laach auf eine schnelle Aufnahme in die Liste der UNESCO-Weltkulturerbestätten sind nach Einschätzung der rheinland-pfälzischen Landesregierung gering. Der Gedanke, die Abteikirche für die Aufnahme vorzuschlagen, habe "vieles für sich", sagte Kulturministerin Doris Ahnen (SPD) am Freitag im Mainzer Landtag. Allerdings werde ein solches Projekt "einen sehr langen Atem" benötigen.
Eine neue Vorschlagsliste der Bundesrepublik Deutschland werde es aller Wahrscheinlichkeit erst nach 2018 geben, sagte die Ministerin. Für diese hätten die Bundesländer das Recht, je zwei Denkmäler vorzuschlagen. Aus rheinland-pfälzischer Sicht hätten dafür aber zunächst das jüdische Erbe in den sogenannten SchUM-Städten Speyer, Worms und Mainz sowie die Erweiterung der Welterbestätte Dom zu Speyer und die Kaiserdome in Worms und Mainz Priorität.
Die CDU hatte den Antrag gestellt, Maria Laach zum Weltkulturerbe zu machen. Die hochmittelalterliche Klosteranlage zähle unbestritten zu den religiös und kulturell bedeutendsten Stätten im Land, sagte der CDU-Abgeordnete Guido Ernst. Er räumte ein, dass die UNESCO gerade auf Bewerbungen aus Europa "mit Argusaugen" schaue. "Das darf uns aber nicht davon abhalten, hier ein Zeichen zu setzen."
Der FDP-Abgeordnete Peter Schmitz äußerte sich skeptisch zu den Erfolgsaussichten und warnte vor einem "Schnellschuss." Der CDU-Antrag soll nun in den Ausschüssen des Landtags weiter beraten werden.
ddp