Foto: ddp
Bauhauschef beklagt fehlende Werbung für sein Haus
"Und dann kann man sich in Augenhöhe verständigen, wie man das gemeinsam entwickelt"
Halle (ddp). Der Direktor der Stiftung Bauhaus Dessau, Philipp Oswalt, hat dem Land Sachsen-Anhalt vorgeworfen, "nicht genug mit dem Pfund Bauhaus zu wuchern". Die Akteure hier im Land müssten aufwachen und sehen, was sie hier an Potenzial hätten, das sie nicht verschenken dürften, sagte er am Freitag im Nachrichtenradio MDR info in Halle. Auch sei die Frage an den Bund zu richten, ob es eine sinnvolle Lösung sei, in Weimar ein großes Bauhaus-Museum zu errichten.
Der Bund habe Weimar für dieses Museum ordentlich Geld zugesagt. Die bittere Ironie sei, dass die Weimarer nun ein 5000 Quadratmeter großes Museum errichten wollten, für das sie aber gar keine Sammlung hätten, sagte Oswalt. Dessau habe die wesentlich größere Sammlung, die jedoch im Depot schlafe.
"Die können wir in anderen Städten zeigen und unsere Besucher sind verärgert, dass sie hier nichts sehen können. Das ist natürlich völlig absurd!" Es gehe nicht darum, den Weimarern das Bauhaus-Erbe auszureden. Es sei nur grotesk, dass Weimar nun die ganze Bauhaus-Geschichte einschließlich der Dessauer abdecken wollten, beklagte Oswalt.
Deswegen müsse Sachsen-Anhalt endlich entscheiden, ob ihm das Thema wichtig sei. "Und dann kann man sich in Augenhöhe verständigen, wie man das gemeinsam entwickelt." Ziel sei, dass Interessenten alle drei Bauhaus-Orte Dessau, Weimar und Berlin besuchten.
ddp