Vicco von Bülow alias Loriot starb am Montag im Alter von 87 Jahren. Vicco von Bülow alias Loriot starb am Montag im Alter von 87 Jahren.

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Deutschland trauert um Loriot

Vicco von Bülow mit 87 Jahren gestorben - Merkel würdigt einen "wunderbaren Menschen"

Berlin (dapd). Deutschland trauert um Loriot. Der Komiker und Satiriker starb am Montag im Alter von 87 Jahren in Ammerland am Starnberger See. Politiker und Künstler äußerten sich bestürzt über den Tod Vicco von Bülows, wie Loriot mit bürgerlichem Namen hieß.

Der Humorist sei an Altersschwäche gestorben, teilte der Diogenes Verlag in Zürich mit. Die Beisetzung solle im engsten Familienkreis stattfinden. Bülow hinterlässt seine Ehefrau, mit der er seit 60 Jahren verheiratet war, sowie zwei Töchter.

Loriot hatte sich bereits vor Jahren weitgehend aus der Öffentlichkeit zurückgezogen. Von einer Augenoperation 2009 habe er sich nie wieder richtig erholt, sagte Fritz Musfeld, Geschäftsführer der in Brandenburg an der Havel ansässigen Vicco-von-Bülow-Stiftung, der dapd.

Der Tod des Humoristen wurde überall mit Trauer aufgenommen. Bundespräsident Christian Wulff nannte Bülow einen "lebensklugen Beobachter menschlicher Schwächen". "Wir haben durch Loriot lachen gelernt über die komplizierten und die aller einfachsten Schwierigkeiten des Lebens", sagte er.

Bundeskanzlerin Angela Merkel sagte, Loriot habe Generationen mit seinen Sketchen, Zeichnungen, Texten und Filmen begeistert. Sie trauere um einen großen Künstler und wunderbaren Menschen. Kulturstaatsminister Bernd Neumann sagte, nur wenigen sei es vergönnt gewesen, mit seinen Werken in den deutschen Zitatenschatz einzugehen. "Wir werden ihn und seine unnachahmliche Art sehr vermissen."

Bundesaußenminister Guido Westerwelle bezeichnete Loriot als großzügige und beeindruckende Persönlichkeit. "Mit Vicco von Bülow geht ein scharfsinniger Geist von uns, mit einem feinsinnigen Humor und einem großen Herzen", sagte der FDP-Politiker.

Auch Weggefährten trauerten um den Künstler. Loriot habe für ein großes Publikum gearbeitet, erklärte der Kabarettist Dieter Hildebrandt. "Dafür ist er verehrt und geliebt worden. Auch von mir", sagte der 84-Jährige. Der Schauspieler Heinz Meier, der viel mit Loriot zusammenarbeitete und als "Erwin Lindemann" zur Kultfigur wurde, sagte der "Badischen Zeitung": "Er würde wahrscheinlich sagen: Gott sei Dank, ich habe es hinter mir. Dennoch, sein Tod ist ein Schock."

Der Komiker Otto Waalkes zeigte sich tief betroffen vom Tod Bülows. "Natürlich ist man sehr traurig, wenn man erfährt, dass ein guter väterlicher Freund und ein großes komisches Vorbild uns verlassen hat", sagte er. Tröstlich sei, dass Loriot in seinen Werken weiterleben werde.

Die Karriere des am 12. November 1923 geborenen Bülows hatte in den 1950er Jahren begonnen. Er arbeitete damals als Karikaturist für verschiedene Zeitschriften. Ein Millionenpublikum erreichte er später mit seinen Büchern und seinen satirischen Prosastücken, die er im Fernsehen präsentierte. Große Erfolge waren auch seine Filme "Ödipussi" und "Pappa ante Portas". In seinen Stücken persiflierte Loriot meist den täglichen Irrsinn des deutschen (Spieß)-Bürgertums.

Der Künstler wurde mit zahlreichen Film- und Fernsehpreisen ausgezeichnet. Er war auch Träger des Großen Bundesverdienstkreuzes.

dapd

 
erschienen am 23.08.2011
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