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Erste Planungen versprechen spannendes Wagner-Jahr 2013

Frühe Opern im Festzelt - Premieren live auch unter freiem Himmel

Bayreuth (ddp-bay). Wenn 2013 an den 200. Geburtstag sowie den 130. Todestag Richard Wagners erinnert wird, will sich die Wagner-Stadt Bayreuth als Mittelpunkt der weltweiten Gedenkfeiern präsentieren. So wird es im Festspielhaus auf dem Grünen Hügel eine Neuinszenierung aller vier Werke des "Ring des Nibelungen" geben. Geplant sei, alle vier Premieren von "Rheingold", "Walküre", "Siegfried" und "Götterdämmerung" erstmals auch live zum Public Viewing auf den Bayreuther Festplatz zu übertragen, sagte Festspielsprecher Peter Emmerich der Nachrichtenagentur ddp. Regisseur sowie Dirigent dieser Aufführungen sollen in Kürze verkündet werden.

In einem speziellen Aufführungszelt sollen zudem kurz vor der allsommerlichen Festspielzeit die drei Opern-Frühwerke Richard Wagners gespielt werden. Wagner selber hatte bestimmt, dass "Rienzi", "Die Feen" und "Das Liebesverbot" nicht zum Aufführungskanon des Festspielhauses gehören sollen, da sie ihm nicht bedeutungsvoll genug erschienen. Zudem sei geplant, zu einem Kurzfilm-Wettbewerb rund um Wagner im Netz aufzurufen, sagte Emmerich.

Auch die Stadt will ein eigenes, ambitioniertes Programm zum Wagner-Jahr auf die Beine stellen. "Wir denken daran, dass wir alle großen Orchester, die Wagner spielen, nach Bayreuth bitten. Wir verhandeln mit den Berliner Philharmonikern, der Staatskapelle Dresden, dem BR-Sinfonieorchester, der Staatskapelle Weimar und vielen anderen", sagte der Kulturbeauftragte für Musik und Theater der Stadt Bayreuth, Nicolaus Richter, der ddp. Es sei geplant, ein festliches, traditionelles Programm aufzulegen, aber auch die Bevölkerung dafür zu gewinnen. "Es soll nicht nur elitäres Programm sein", betonte Richter. Deshalb sei daran gedacht, dass die Staatskapelle Weimar auf dem Marktplatz spielt. Für die Moderation verhandele man derzeit mit dem Musiker und Entertainer Götz Alsmann. Bereits fest geplant sei ein großer Wagner-Kongress und auch an den spektakulären "Ring an einem Abend" von Philipp Arlaud werde gedacht.

Der französische Regisseur Arlaud hatte Wagners 16-stündige Opern-Tetralogie "Der Ring des Nibelungen" 2006 in Bayreuth als "Pocketopera" präsentiert. Zwei Tage vor Eröffnung der Festspiele zeigte er den ganzen "Ring" an einem Abend. David Seaman, Kapellmeister der Welsh National Opera, hatte die abendfüllenden Teile der Tetralogie auf ein gut vierstündiges Konzentrat reduziert und für ein zwölf Musiker umfassendes Kammerorchester und acht Gesangssolisten arrangiert. Aufgeführt wurde der "Ring" im Jugendzentrum Bayreuth. Die musikalische Leitung hatte damals Nicolaus Richter.

Wagner wurde in Leipzig geboren, hat aber seine größten Spuren in der kleinen fränkischen Stadt Bayreuth hinterlassen, wo er nur für seine Werke ein eigenes Festspielhaus bauen ließ. Bis heute wird es einmal im Jahr für fünf Wochen ausschließlich für die Aufführung der sechs großen Hauptwerke des Komponisten ("Parsifal", "Lohengrin"; "Tannhäuser", "Tristan und Isolde", "Die Meistersinger von Nürnberg", "Der Ring des Nibelungen") genutzt. Wagner starb 1883 in Bayreuth und liegt auch gemeinsam mit seiner Frau Cosima hinter seinem ehemaligen Wohnhaus "Villa Wahnfried" begraben.

Die Bayreuther Festspiele, die 2011 ihre 100. Auflage erleben, gelten als das berühmteste Opernfestival der Welt. In jedem Sommer vom 25. Juli bis 28. August lockt es Zehntausende Gäste aus aller Welt an.

ddp

 
erschienen am 30.07.2010
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