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Hebammen-Saga ist jetzt "rund"
Freiberger Bestseller-Autorin Ebert legt letzten Band ihres historischen Sachsen-Romans vor
Freiberg (dapd-lsc). Sabine Ebert sitzt auf ihrem lindgrünen Sofa und stickt goldene Fäden in ein langes Kleid. Doch der Eindruck einer entspannenden Feierabend-Arbeit täuscht. Der Freibergerin sitzt die Zeit im Nacken. "Bis zur Buchpremiere muss ich noch eine Menge Dinge erledigen: Friseur, Zahnarzt, Interviews, Fernsehaufnahmen", zählt sie auf. Wenn die Lesetour dann einmal begonnen habe, lebe sie wochenlang aus dem Koffer.
Sabine Ebert ist die Autorin der zu den erfolgreichsten historischen Büchern der letzten Jahre gehörenden "Hebammen-Saga". Den ersten Band "Die Spur der Hebamme" legte die Journalistin 2006 vor, jetzt hat sie den fünfteiligen Zyklus mit "Der Traum der Hebamme" abgeschlossen. Das Buch erlebt seine Premiere im Rahmen einer Mittelalter-Inszenierung am 4. Oktober in der Freiberger Nikolaikirche.
Sabine Ebert erzählt von kleinen Leuten und großen Herrschern, die im 12. Jahrhundert den Boden für das Land Sachsen bereiteten. "Die fünf Bände umfassen auf 3.500 Seiten einen Zeitraum von 30 Jahren bis 1198", sagt die Autorin. Das ist das Jahr, als Dietrich von Weißenfels in einem Handstreich die Mark Meißen erobert. Ihre Heldin, die Hebamme Marthe, sehe in Dietrich denjenigen, unter dessen Regentschaft der Traum der kleinen Leute von einem besseren Leben wahr werden könnte, gibt die Autorin einen Einblick. Das Ende sei ungewöhnlich, aber aus ihrer Sicht angemessen und von Testlesern für glaubwürdig befunden worden.
Als Ebert mit der ihrem Beruf eigenen Neugier und großem Geschichtsinteresse vor zehn Jahren mit dem Romanprojekt begann, wollte sie alles in ein Buch packen. Bei ihren Recherchen stieß sie auf immer neue Fakten, um die es sich lohnte, eine Handlung zu stricken. "Alles, was ich an historischen Zusammenhängen gefunden habe, steckt hier drin", sagt die Autorin. Vom ersten Band an sei alles auf die Rückeroberung der Mark Meißen zugelaufen. Jetzt sei die Sache rund.
Sabine Ebert ist mittlerweile ein Aushängeschild ihres Verlages Droemer Knaur. Der verkaufte bislang 2,5 Millionen von ihren Büchern. Diese laufen in ganz Deutschland sehr gut, "aber in Sachsen und den angrenzenden Bundesländern sind die Verkaufszahlen deutlich höher", wie Verlags-Sprecherin Patricia Kessler sagt. Das liege nicht zuletzt am Schauplatz der Romane, obwohl der Zyklus nicht nur Regionalgeschichte sondern auch gesamtdeutsche Geschichte reflektiere.
Das Thema zieht sogar zusätzlich Touristen nach Freiberg. Seit 2008 gibt es eine Stadtführung "Auf den Spuren der Hebamme", die nach Auskunft der Stadtmarketing GmbH bislang immer ausverkauft war. Einige Orte, die in den Romanen beschrieben würden, seien heute noch erhalten, wie das Nikolaiviertel oder die frühere Burg, das jetzige Schloss Freudenstein.
Im Jahr 2013, zum 200. Jahrestag der Völkerschlacht bei Leipzig, soll das nächste Buch Eberts vorliegen. Mit den Recherchen hat sie längst begonnen, will dazu aber in den nächsten Monaten noch tiefer ins alte Leipzig eintauchen.
dapd