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Landesmuseum Mainz wird wiedereröffnet

32,4 Millionen Euro in Umbau investiert - Besondere Angebote für Blinde und Gehörlose

Mainz (ddp-rps). Sieben Jahre lang war es eine Baustelle, jetzt präsentiert sich das Mainzer Landesmuseum frisch renoviert. Am kommenden Sonntag wird Ministerpräsident Kurt Beck (SPD) das Museum offiziell wiedereröffnen. Bereits am Dienstag wurde das neue Ausstellungskonzept vorgestellt, das mit speziellen Angeboten für Kinder, Familien und Menschen mit Behinderung viele Besucher in das Museum locken soll.

Museumsdirektorin Isabella Fehle sieht ihr Haus nach dem Umbau gut gerüstet für die Zukunft. Mit den neuen Angeboten und einer zeitgemäßen Vermittlung hoffe sie auf steigende Besucherzahlen, sagte Fehle. Außerdem sei das Museum nach dem Umbau nun barrierefrei zugänglich und damit auch für Senioren und Menschen mit Behinderung attraktiv.

Kulturministerin Doris Ahnen (SPD) hob neben der Barrierefreiheit vor allem die Angebote für blinde und gehörlose Besucher hervor. So wird es beispielsweise "Video-Guides" in Gebärdensprache geben. Damit gewinne das Landesmuseum "deutschlandweite Aufmerksamkeit", so die Ministerin. Durch die Renovierung sei ein "zeitgemäßes und modernes Museum" entstanden, sagte Ahnen. Es seien beachtliche Mittel in die Sicherung einer wichtigen Kultureinrichtung investiert worden.

Die Ausstellungsräume seien im Zuge der Baumaßnahmen völlig neu konzipiert worden. Die Besucher könnten das Museum nun auf einem chronologischen Rundgang erschließen, erläuterte Fehle weiter. Außerdem sei die klassische Aufteilung der Exponate nach ihrer Gattungsform zugunsten einer Zusammenstellung nach Epochen aufgelöst worden. Beispielsweise würden nun Gemälde aus dem Barock in Verbindung mit Kunsthandwerk derselben Epoche präsentiert. "So entsteht viel eher ein Bild dieser Zeit, als wenn ich diese Objekte nach Gattungen aufteile", so die Direktorin.

In den bisherigen Umbau hat das Land Rheinland-Pfalz als Träger des Museums rund 32,4 Millionen Euro investiert. Weitere 11,5 Millionen Euro würden nun in den Umbau der ehemaligen Steinhalle fließen, kündigte Finanzstaatssekretär Rüdiger Messal (SPD) an. Hier solle bis zum Frühjahr 2013 ein Raum für Wechselausstellungen entstehen.

Insgesamt hat der Umbau des Hauses sieben Jahre gedauert. In dieser Zeit waren jeweils nur bestimmte Bereiche der Ausstellung für Besucher zugänglich. Nach der offiziellen Wiedereröffnung am Sonntag (21.3.) wird Direktorin Fehle das Museum zum 31. März verlassen. Sie wird Leiterin des Münchener Stadtmuseums. Wer ihr Nachfolger wird, ist derzeit noch offen.

(ddp)

 
erschienen am 16.03.2010
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