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Polen trauert um Literaturnobelpreisträgerin Wislawa Szymborska
Lyrikerin im Alter von 88 Jahren gestorben
Warschau (dapd). Polen trauert um die Literaturnobelpreisträgerin Wislawa Szymborska. Die Dichterin war am Mittwoch im Alter von 88 Jahren gestorben. Ministerpräsident Donald Tusk sagte, Szymborska habe die Fähigkeit gehabt, über die alltäglichen Herausforderungen in einer Sprache zu reden, "durch die wir uns für uns selbst geöffnet haben". Präsident Bronislaw Komorowski schrieb in einer Beileidsbekundung gemeinsam mit seiner Frau Anna: "Wislawa Szymborska war unser Schutzengel." Der auch in Deutschland populäre Schriftsteller Stefan Chwin ("Tod in Danzig") sagte: "Sie verband die Beobachtung des alltäglichen Lebens mit einer sehr tiefen Reflexion der menschlichen Existenz."
Nach Angaben ihres Sprechers Michal Rusinek war Szymborska "friedlich, im Schlaf" gestorben. 1996 hatte die Lyrikerin für ihr literarisches Werk den Nobelpreis erhalten. Das Nobelpreiskomitee nannte sie den "Mozart der Poesie", die die Eleganz der Sprache mit der "Wut eines Beethovens" verbunden habe. Ihre Poesie "bringt mit ironischer Präzision Fragmente der menschlichen Realität im historischen und biologischen Kontext ans Licht", hieß es damals in der Würdigung.
Auch die deutsche Gewerkschaft ver.di würdigte anlässlich ihres Todes das Lebenswerk der polnischen Dichterin. "Wir alle verlieren mit Wislawa Szymborska eine Schriftstellerin und Künstlerin, deren lyrisches Werk als eine Kraft begriffen werden kann, die Friedenswillen stiftete und mit ihren Lesern über Grenzen hinweg eine geistige Menschenkette bildete", schrieb die Beauftragte für Kunst und Kultur bei ver.di, Regine Möbius, in einer Stellungnahme.
dapd