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Schlossmuseum Moyland droht Verlust der Beuys-Sammlung
NRW-Kulturstaatssekretär Grosse-Brockhoff weist Vorwürfe der Sammlerfamilie zurück
Berlin/Bedburg-Hau (ddp-nrw). Dem Beuys-Museum auf Schloss Moyland in Bedburg-Hau droht möglicherweise der Verlust seiner Kunstwerke. Die Eigentümer der Sammlung begründeten dies damit, dass die Landesregierung als Mitglied der Museumsstiftung die Einrichtung zugrunde spare, sagte der Sprecher der Sammlerfamilie, Gerhard van der Grinten, dem in Berlin erscheinenden Kunstmagazin "Monopol" (Aprilausgabe) laut Vorabmeldung. Das Land habe das Museum "mit einer anhaltenden finanziellen Abmagerungskur" an den "unteren Rand des musealen Existenzminimums gebracht".
Van der Grinten warf der Landesregierung die Absicht vor, die Museumsstiftung auflösen und die Beuys-Sammlung von Schloss Moyland nach Düsseldorf verlagern zu wollen. Das aber widerspreche der Stiftungssatzung. Van der Grinten sagte, im Falle einer Zerschlagung der Museumsstiftung würden sich die Eigentümer der Sammlung neue Partner suchen. Die Folge könnte sein, dass "die Beuys-Sammlung für NRW ganz verloren geht".
Kulturstaatssekretär Hans-Heinrich Grosse-Brockhoff (CDU) wies die Interviewaussagen als "unerhörte Behauptungen" zurück. Das Land habe keinesfalls vor, die Sammlung Beuys nach Düsseldorf umzusiedeln. "Es ist geradezu absurd zu behaupten, dass das Land die Auflösung der Stiftung beabsichtigt", sagte Grosse-Brockhoff. Außerdem stimme es nicht, dass das Land die Förderung für das Schloss Moyland gesenkt habe. Im Gegenteil, die Zuschüsse seien sogar auf zuletzt 2,9 Millionen Euro gestiegen.
Die Stiftung Schloss Moyland war 1990 mit dem Ziel gegründet worden, das neugotische Schloss im Kreis Kleve als Museum zu nutzen. Die Schlosseigentümer brachten das Gebäude in die Stiftung ein, die Kunstsammlerfamilie van der Grinten ihre umfangreiche private Beuys-Sammlung und das Land verpflichtete sich zur Finanzierung der Einrichtung.
(ddp)