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Steven Soderbergh erneut zu Gast auf der Berlinale

Keanu Reeves präsentiert Dokumentarfilm - Produktionen aus China und Indonesien im Wettbewerb

Berlin (dapd). Nach Angelina Jolie, Brad Pitt und Meryl Streep hat sich am Mittwoch erneut Hollywood-Prominenz auf der Berlinale die Ehre gegeben. Am Abend präsentierte sich Salma Hayek mit ihrem Film "As Luck Would Have it". Regisseur Steven Soderbergh ("Oceans' Eleven") stellte gemeinsam mit den Schauspielern Antonio Banderas, Michael Fassbender und Gina Carano seinen temporeichen Action-Thriller "Haywire" vor, der allerdings nicht im Rennen um die Bären startet. Hoffnung auf die Preise machen kann sich dagegen der Bären-Gewinner von 2007, Wang Quan'an, der sein dreistündiges historisches China-Epos "White Deer Plain" präsentierte.

Schauspieler Keanu Reeves stellte im Berlinale Special den Dokumentarfilm "Side By Side" über die zunehmende Digitalisierung des Kinos vor. Er habe den gegenwärtigen Moment des Übergangs für die Kunstform festhalten wollen, sagte der 47-Jährige nach der Weltpremiere des von ihm produzierten Films. Darin fragt Reeves Regiegrößen wie Martin Scorsese, Christopher Nolan und Lars von Trier nach ihrer Einstellung zu Zelluloid und digitalen Bildern.

Oscar-Preisträger Soderbergh plant, demnächst eine Auszeit vom Filmgeschäft zu nehmen. "Es ist an der Zeit, eine Pause zu machen", sagte der 49-Jährige. Er habe sehr viel gearbeitet. Eine Pause einzulegen, sei keine große Sache. Soderbergh war bereits mehrfach Gast auf der Berlinale, unter anderem mit "Traffic" (2001) und "The Good German" (2007). Für "Traffic" erhielt er auch einen Regie-Oscar.

Fassbender verriet, dass er im Film keine Probleme hatte, eine Frau zu schlagen. "Meine Aufgabe ist es, eine Geschichte und einen Charakter voranzubringen", sagte der 34-jährige deutsch-irische Darsteller. Als Schauspieler sei er eine Art Söldner. Man spiele eine bestimmte Rolle. Es gehe nicht darum, dass er persönlich eine Frau schlage. In dem Film gibt es zahlreiche spektakuläre Kampfszenen von Fassbender mit Carano, eine Größe in der amerikanischen "Mixed-Martial-Arts-Szene".

Der Wettbewerbsfilm "White Deer Plain", der am Abend in Berlin Weltpremiere feiern sollte, umfasst viele Jahre chinesischer Geschichte: das Ende der Dynastie, Warlords, japanische Invasoren, Zweiter Weltkrieg, Bürgerkrieg, Maoisten. Vor diesen Hintergründen schildert Wang Quan'an das Schicksal eines Dorfes, zweier Familien - und vor allem einer Frau.

Der 188 Minuten lange Film sei sogar mal fünf Stunden lang gewesen, sagte Regisseur Wang, der 2007 für "Tuyas Hochzeit" den Goldenen Bären bekam und 2010 für "Apart Together" für das beste Drehbuch ausgezeichnet wurde. Wenn man bedenke, dass China eine lange Geschichte habe, "sind drei Stunden gar nicht mal so lang".

In den Wettbewerb der 62. Internationalen Filmfestspiele Berlin stieg zudem der indonesische Film "Postcards From The Zoo" ein. Regisseur Edwin setzt sich in ruhigen Bildern mit den Träumen einer jungen Frau auseinander, die in einem Zoo in Jakarta von Tierpflegern großgezogen wurde, später einen Zauberer kennenlernt und schließlich in einem Erotik-Massagesalon arbeitet.

Um die Gunst der Internationalen Jury um Regisseur Mike Leigh bewerben sich 18 Filme. Der Goldene und die Silbernen Bären werden am Samstag (18. Februar) verliehen, am Sonntag endet das Festival mit dem traditionellen Publikumstag.

Der European Film Market der Berlinale (EFM) hat seine Stellung als einer der drei weltweit größten Märkte seiner Art gestärkt. Die Zahl der Fachbesucher stieg um 900 auf über 7.800 (aus 100 Ländern), die der Einkäufer um 170 auf 1.700, wie Filmmarkt-Direktorin Beki Probst am Mittwoch in einem dapd-Interview sagte. Sie können zwischen 760 Filmen (2011: 741 Filme) wählen. Mit dabei sind 403 Aussteller aus 57 Ländern (2011: 400 Aussteller aus 54 Ländern).

Am Abend sollte im Berlinale Special die Weltpremiere von Doris Dörries Liebesfilm "Glück" gefeiert werden. Am Donnerstag (16. Februar) startet der letzte von drei Filmen deutscher Regisseure im Wettbewerb: Regisseur Matthias Glasners kammerspielartiges Melodram "Gnade" mit Jürgen Vogel und Birgit Minichmayr.

Kameramann Michael Ballhaus fehlt es bislang an Begeisterung für die diesjährige Berlinale. "Bis jetzt hat es mich noch nicht so berührt", sagte der langjährige Weggefährte von Oscar-Preisträger Martin Scorsese ("Departed - Unter Feinden") der Nachrichtenagentur dapd am Mittwoch.

dapd

 
erschienen am 15.02.2012
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