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Justizministerin will schonungslose Aufklärung des Todes von Chantal
Leutheusser-Schnarrenberger: Wichtig ist"die Lösung der strukturellen Probleme"
Berlin (dapd). Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger hat Konsequenzen der Todesfälle von Kindern in staatlicher Obhut gefordert. "Der Tod von Chantal und Zoe ist eine Tragödie", sagte sie der Tageszeitung "Die Welt" (Freitagausgabe). "Vor Ort muss jetzt schonungslos aufgeklärt werden, welche Fehler und Versäumnisse es gab." Wenn schutzlosen Kindern ein Vormund zur Seite gestellt werde, dürften keine Fehler passieren.
Noch wichtiger sei "die Lösung der strukturellen Probleme", fügte sie hinzu. Die Arbeitsbelastung bei den Jugendämtern sei häufig unerträglich. Die Ministerin verwies auf ihre Gesetzesreform, die sicherstelle, dass sich ein Amtsvormund höchstens um 50 Kinder kümmere und ein Kind mindestens einmal im Monat zu Hause besucht.
Die elfjährige Chantal starb Mitte Januar in Hamburg nach Einnahme des Heroin-Ersatzstoffes Methadon. Gegen die Pflegeeltern, die an einem Methadon-Programm teilnehmen und gegen die Jugendhilfe ermittelt die Staatsanwaltschaft. Die drei Jahre alte Zoe wurde am Dienstag tot in Berlin-Weißensee aufgefunden. Als Todesursache gilt ein Darmriss mit Entzündung im Bauchraum. Die Familie stand unter intensiver Betreuung des zuständigen Jugendamts.
dapd