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Kältewelle hat Deutschland weiter fest im Griff

35-Jährige bei Unfall getötet - Wohnungslosenhilfe fordert mehr Hilfe für Obdachlose

Berlin (dapd). Die sibirische Kälte in weiten Teilen Deutschlands hält an. In der Nacht zu Dienstag fielen die Temperaturen auf bis zu minus 16 Grad Celsius, wie der Deutsche Wetterdienst (DWD) mitteilte. Eis und Schnee sorgten für zahlreiche Unfälle. In Plieningen bei Stuttgart kam eine Autofahrerin bei einem Frontalzusammenstoß mit einem Lkw ums Leben. Die 35-Jährige hatte auf schnee- und eisglatter Fahrbahn die Kontrolle über ihr Fahrzeug verloren. Angesichts des Kälteeinbruchs fordert die Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe (BAGW) mehr Angebote für Obdachlose.

In Mehringen in Sachsen-Anhalt sei in der Nacht zu Dienstag mit minus 16 Grad Celsius der Tiefstwert gemessen worden, sagte DWD-Meteorologin Dorothea Paetzold. Im niederbayerischen Mallersdorf-Pfaffenberg lag die Temperatur bei minus 15,6 Grad. Bundesweit wurden nach Angaben des DWD Werte von minus sechs bis minus zwölf Grad erreicht.

Lediglich im äußersten Westen war es mit minus einem bis minus fünf Grad etwas milder. Durch den spürbaren Wind sinke die gefühlte Temperatur noch weiter, sagte Paetzold. In den kommenden Tagen gehen die Werte laut den Prognosen des Wetterdienstes weiter zurück. In der Nacht zum Freitag werde voraussichtlich der Tiefpunkt erreicht. Dann müsse flächendeckend mit zweistelligen Minusgraden gerechnet werden.

In Rheinland-Pfalz kam es am Dienstag zu mehreren wetterbedingten Unfällen. Eine 18-jährige Autofahrerin wurde mit Verdacht auf innere Verletzungen in ein Krankenhaus gebracht, nachdem sie sich auf glatter Fahrbahn zwischen Schifferstadt und Speyer mit ihrem Wagen überschlagen hatte.

Nach Ansicht der Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe gefährdet die Kälte besonders Obdachlose in kleineren Städten und ländlichen Regionen. Dort lasse die Anzahl und die Qualität der Notunterkünfte zu wünschen übrig, sagte BAGW-Geschäftsführer Thomas Specht der Nachrichtenagentur dapd. Dies gelte vor allem für die neuen Bundesländer.

In größeren Städten steht den Obdachlosen hingegen ein dichteres Hilfsnetz zur Verfügung, wie eine dapd-Umfrage ergab. In Düsseldorf etwa sind 400 Menschen in stationären Einrichtungen der Wohnungshilfe und rund 750 Hilfebedürftige in städtischen Notunterkünften untergebracht. Zudem stehen 130 Notschlafplätze zur Verfügung. Auch in Köln werden mehr als 1.000 Wohn- und Schlafplätze angeboten. Die sächsischen Großstädte halten in den Wintermonaten nach eigenen Angaben ebenfalls ausreichend Kapazitäten in den Notunterkünften und Nachtcafés bereit.

Laut BAGW erfroren im vergangenen Winter mindestens vier wohnungslose Menschen in Deutschland, 2009/2010 waren es mindestens 17. Nach Einschätzung des Verbandes leben in Deutschland zurzeit 22.000 Menschen dauerhaft auf der Straße.

dapd

 
erschienen am 31.01.2012
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