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Tausende Menschen auf dem Balkan eingeschneit
Verkehrsprobleme nach Schneefällen in Großbritannien
Sarajevo (dapd). In weiten Teilen Europas hat das Winterwetter am Wochenende für Probleme gesorgt. Während in Großbritannien Schneefälle zu Flugausfällen und Autounfällen führten, waren in Bosnien hunderte Dörfer von der Außenwelt abgeschnitten. Selbst in Rom und auf den Balearen schneite es. Nicht nur der Schnee, sondern auch die extreme Kälte führt zu Problemen. Mindestens 176 Personen sind bislang dem Kälteeinbruch zum Opfer gefallen - vor allem Obdachlose in Osteuropa.
Nach den stärksten Schneefällen seit Beginn der Wetteraufzeichnung flogen bosnische Behörden Kranke mit Hubschraubern aus abgeschnittenen Ortschaften aus. Außerdem verteilten drei Helikopter am Sonntag Lebensmittel in den eingeschneiten Orten. Mehr als 100 Dörfer sind in den Bergen durch die teilweise bis zu zwei Meter hohen Schneemassen von der Außenwelt abgeschnitten. In Sarajevo fiel mehr als ein Meter Schnee.
Seit Freitagabend kam das öffentliche Leben in Sarajevo durch den Frost und die Schneefälle so gut wie zum Erliegen. Die Behörden schlossen die Schulen und die bosnische Regierung rief für die Stadt am Samstag den Notstand aus. Einwohner meldeten sich freiwillig, um die feststeckenden Straßenbahnen von Eis und Schnee zu befreien.
Im Nachbarland Serbien waren laut Behördenangaben 70.000 Menschen von der Außenwelt abgeschnitten. Für Sonntag war eine Sitzung des nationalen Notstandsrats geplant. Auch in Montenegro waren die Verkehrswege im Norden des Landes weitgehend unpassierbar. Einsatzkräfte konnten immerhin einige Schneisen in die Schneemengen schlagen.
Heftiger Schneefall in weiten Teilen Großbritanniens behinderte am Wochenende den Straßen- und Flugverkehr. Im Großraum London wurde der Flughafen in Stanstead am Samstag zeitweise zur Schneeräumung geschlossen. Auch die Flughäfen Birmingham und Luton stellten in der Nacht zum Sonntag den Betrieb zeitweise ein. In Heathrow wurden ein Drittel der geplanten Flüge am Sonntag abgesagt und vor Verspätungen aufgrund dichten Nebels gewarnt. Das Wetteramt warnte weiter vor glatten Straßen.
Die Schneefront zog am Samstag von Schottland und Wales nach England weiter. In einigen Regionen fiel bis zu 16 Zentimeter Schnee. Nach einem Unfall wurde die Autobahn M25 geschlossen, während auf der M40 rund 100 Fahrzeuge festsaßen. Aus der Region North Yorkshire, wo am meisten Schnee fiel, wurden mehr als 60 Autounfälle gemeldet. Auch Zugverbindungen waren betroffen.
In Rom gingen die stärksten Schneefälle seit 26 Jahren nieder. Selbst das Kolosseum wurde geschlossen. Einige Bäume knickten unter der ungewohnten Last von teilweise bis zu 20 Zentimeter Schnee ein und beschädigten geparkte Autos. Die Regierung ließ 4.000 Schneeschaufeln verteilen. Nördlich von Rom führte der Wintersturm zu einem Fährunfall. Ein Schiff, das aus dem Hafen von Civitavecchia auslaufen wollte, wurde vom Wind in ein Dock gedrückt. Verletzt wurde niemand.
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