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Tödliches Schiffsunglück vor der italienischen Westküste

Kreuzfahrtschiff mit rund 4.200 Menschen an Bord läuft auf Grund - Drei Tote

Porto Santo Stefano/Italien (dapd). Ein Kreuzfahrtschiff mit rund 4.200 Menschen an Bord ist vor der Küste der Toskana auf Grund gelaufen und in Schlagseite geraten. Wie die italienische Nachrichtenagentur ANSA am Samstag meldete, kamen zwei französische Passagiere und ein peruanisches Besatzungsmitglied ums Leben. Am frühen Abend galten Behördenangaben zufolge noch immer 70 Menschen als vermisst. Taucher der italienischen Küstenwache suchten im Rumpf des Schiffs nach den Vermissten. An Bord der havarierten "Costa Concordia" befanden sich auch zahlreiche deutsche Passagiere.

Eine Sprecherin des Auswärtigen Amtes in Berlin teilte mit, die Deutsche Botschaft in Italien habe einen Krisenstab eingerichtet und zwei Mitarbeiter wollten sich an der Unglücksstelle informieren. Ein Sprecher des Veranstalters Costa Kreuzfahrten, Werner Claassen, sagte, nach seinen Informationen sei keiner der 566 deutschen Passagiere schwerer verletzt. Sie würden alle noch am Samstagabend von Rom aus nach Hause geflogen. Insgesamt waren laut Claassen rund 4.200 Menschen aus mehr als 60 Ländern an Bord des havarierten Schiffes.

Das Kreuzfahrtschiff war Freitagnacht vor der kleinen Insel Giglio, nahe der toskanischen Küste auf ein Riff gestoßen, wie Costa-Sprecher Gianni Onorato sagte. Der Veranstalter arbeite mit italienischen Ermittlern zusammen, um herauszufinden, was falsch gelaufen sei.

Ein Sprecher der Küstenwache, Francesco Paolillo, sagte, die "Costa Concordia" habe "ein Hindernis getroffen, das ein 50 Meter langes Loch in den Rumpf gerissen hat". Wasser sei eingedrungen, das Schiff habe sich daraufhin zur rechten Seite geneigt. Zwölf Stunden nach dem Unfall lag es fast waagerecht auf der Seite im Wasser. Paolillo sagte, der erste Alarm sei am Freitag gegen 22.30 Uhr eingegangen, etwa drei Stunden nach dem Ablegen des Schiffs von Civitavecchia.

Rund 30 Menschen wurden Berichten zufolge verletzt. Viele von ihnen erlitten nur Prellungen, der Zustand von mindestens zwei Menschen wurde aber als kritisch beschrieben.

Szenen wie im Film "Titanic"

Überlebende berichteten von Szenen, die an den Katastrophen-Film "Titanic" erinnerten. Sie seien durch auf die Seite gedrehte Flure gekrochen, um sich in Sicherheit zu bringen. Das Licht sei ausgefallen und Teller und Gläser zerbrochen. Passagiere warfen den Besatzungsmitgliedern vor, sie nur unzureichend über Evakuierungsmaßnahmen informiert zu haben. Eine Evakuierungsübung war erst für (heutigen) Samstagnachmittag angesetzt. Dabei befanden sich einige Passagiere bereits seit mehreren Tagen an Bord des Schiffs. Passagiere beklagten auch, es sei zu lange damit gewartet worden, die Rettungsboote ins Wasser zu lassen.

Hubschrauber brachten einige der Passagiere in Sicherheit. Andere Überlebende wurden von Privatschiffen in der Gegend gerettet. Augenzeugen berichteten, einige Menschen seien vom Schiff in die dunkle, kalte See gesprungen.

Taucher der italienischen Küstenwache suchten unterdessen im Rumpf der "Costa Concordia" nach Vermissten. Die Retter hätten das Wasser rund um das Schiff mehrere Stunden lang abgesucht und keine weiteren Leichen entdeckt, sagte Cosimo Nicastro von der Küstenwache dem Sender Sky TG24 TV. Deshalb habe man sich entschlossen, in einer riskanten Operation den unter Wasser liegenden Teil der "Costa Concordia" zu untersuchen.

Passagiere werden in Schulen, Hotels und Kirchen untergebracht

Die bereits evakuierten Passagiere würden auf der Insel in Schulen, Hotels und Kirchen untergebracht, zitierte ANSA Journalisten, die zum Zeitpunkt des Unglücks an Bord der "Costa Concordia" waren. Der Bürgermeister von Giglio appellierte an die 1.500 Einwohner der Insel, die Schiffbrüchigen vorübergehend zu beherbergen. "Jeder mit einem Dach" möge sein Heim öffnen, sagte er.

Die 290 Meter lange "Costa Concordia" befand sich auf einer achttägigen Kreuzfahrt vom italienischen Civitavecchia über Savona, Marseille, Barcelona, Palma de Mallorca, nach Cagliari und Palermo. Neben rund 1.000 italienischen seien auch über 500 deutsche und etwa 160 französische Passagiere an Bord gewesen, teilte die verantwortliche Reederei mit.

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erschienen am 14.01.2012
© Copyright dapd Nachrichtenagentur GmbH
 
Kommentare
1
(Anmeldung erforderlich)
  • 15.01.2012
    18:19 Uhr

    saxo: Was will man auch erwarten, wenn man für eine 13-tägige Reise nur 390,00 ? bezahlt, wie gerade an diesem Wochenende in großen Annoncen des Reiseveranstalters P... & P... beworben...

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