Regionales
Lausitzer Politiker wollen Wolfsprojekte nicht mehr fördern
Umweltminister lehnt Änderungen ab
Dresden (ddp-lsc). Die Forderungen von Lausitzer Kommunalpolitikern nach einer Beendigung des Wolfsprojektes stoßen auf Ablehnung. Sowohl Umweltminister Frank Kupfer (CDU) als auch Grüne und Linke plädieren für eine Fortführung der Projekte. Die beiden Landräte der Lausitz und die Oberbürgermeister von Bautzen, Görlitz und Hoyerswerda wollen die bisherigen Mittel für das Wolfsprojekt in die Kinder- und Jugendarbeit stecken.
Umweltminister Kupfer zeigte sich von den Forderungen der Lausitzer Politiker überrascht. Bisher gebe es "keinerlei Signale über eine Ablehnung der notwendigen Maßnahmen", stellte der Minister fest. Dennoch werde er das Gespräch mit den Verantwortlichen suchen.
Zudem wies Kupfer auf bestehende Beschlüsse hin. "Gemäß der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie der Europäischen Union ist der Freistaat Sachsen verpflichtet, den Schutz der Wolfspopulation in Sachsen zu gewährleisten." Für die Umsetzung des Wolfsmanagmentplans sei das Kontaktbüro "Wolfsregion Lausitz" zuständig. Entsprechende Dienstleistungsverträge seien bereits bis 2012 abgeschlossen worden.
Für den naturschutzpolitischen Sprecher der Grünen, Johannes Lichdi, sind die Forderungen nach einer Einstellung des Wolfsprojektes "kurzsichtig wie populistisch." Stattdessen sollten die Kommunalpolitiker Druck auf Landtagsabgeordnete ausüben, um "gegen die Kürzungen in der Jugendhilfe und bei der Sozialarbeit vorzugehen." Im Straßenbauhaushalt fänden sich eher Gelder für die Jugendarbeit als bei den Mitteln für Wölfe.
Kritik an dem Vorstoß kam auch von den Linken. "Gerade im Interesse der Umweltbildung der Kinder und Jugendlichen muss die Öffentlichkeitsarbeit des Wolfsprojekts fortgesetzt werden", sagte Umweltexpertin Jana Pinka. Zudem sei die touristische Vermarktung einer intakten Natur mit Wölfen "ein wichtiger Wirtschaftsfaktor für die Region".
Die Lausitzer Kommunalpolitiker hatten die Einstellung der Landesförderung für das Wolfsprojekt gefordert. Es müssten Schwerpunkte definiert werden, "die in Bezug auf das Wolfsmanagement der Kinder- und Jugendarbeit den Vorrang geben", sagte der Bautzener Landrat Michael Harig (CDU). Aus Kostengründen müsse der Umfang der wissenschaftlichen Begleitung der Wolfsprojekte in Frage gestellt werden.
Im vergangenen Jahr gab das Land Sachsen 91 000 Euro für das Wildbiologische Büro "Lupus" und 54 000 Euro für das Kontaktbüro der Wolfsregion in Rietschen aus. Nach rund 100 Jahren ohne Wolfspopulation haben sich vor einem Jahrzehnt in der Lausitz Wölfe angesiedelt. Mittlerweile leben mehr als 40 Tiere in dem Gebiet.
(ddp)
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