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Abfallanlage in Pohritzsch verliert Betriebsgenehmigung
I m Verdacht von Umweltverschmutzungen
Pohritzsch (dapd-lsc). Das wegen möglicher Umweltverschmutzungen in die Schlagzeilen geratene Unternehmen S.D.R. Biotec in Pohritzsch im Landkreis Nordsachsen verliert zum 1. April die Genehmigung zur Aufnahme von Giftstoffen. Das geht aus einer Antwort von Umweltminister Frank Kupfer (CDU) auf eine mündliche Anfrage der Grünen-Landtagsfraktion hervor. Die jahrelangen Mahnungen und Hinweise zu dem Giftstandort "haben trotz massiver Anfeindungen am Ende Erfolg gezeigt", sagte der Grünen-Abgeordnete Johannes Lichdi am Mittwoch in Dresden.
Im Abfalluntersuchungsausschuss des Landtags werde das Unternehmen aber auch weiterhin eine Rolle spielen. Die jahrelange Duldung und politische Verharmlosung der Umweltverschmutzungen des Unternehmens müsse aufgeklärt werden, forderte Lichdi.
S.D.R. Biotec war in die Schlagzeilen geraten, als die Deutsche Umwelthilfe (DUH) im Februar 2009 Bodenproben aus der unmittelbaren Umgebung des Betriebsgeländes untersucht hatte. Dabei kam heraus, dass der Boden beispielsweise an den Straßenrändern weit über die zulässigen Grenzwerte hinaus mit Schwermetallen wie Blei, Cadmium, aber auch Arsen belastet war.
Das Unternehmen betreibt bisher in Pohritzsch inmitten einer Obstplantage eine sogenannte Immobilisierungsanlage. Dort sollen die Schadstoffe im angelieferten Abfall in einem chemischen Verfahren dauerhaft gebunden, aber nicht entfernt werden.
2007 wurden laut Umweltministerium in dem Unternehmen rund 180.000 Tonnen Abfall behandelt, der größte Teil wurde anschließend auf Deponien verbracht. Lichdi äußerte erhebliche Zweifel daran, dass von dieser Einlagerung auf Deponien wirklich keine Gefahr für Mensch und Umwelt ausgeht, wie dies die Staatsregierung behauptet.
dapd