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Auswärtiges Amt will weiter Klarheit über Entführung im Jemen
BKA-Ermittlungen ruhen - Seit 2010 keine Erkenntnisse über deutsche Familie
Dresden/Berlin (dapd-lsc). Das Auswärtige Amt bemüht sich weiter um die Aufklärung des Schicksals der 2009 im Jemen entführten Familie Hentschel aus Sachsen. Die Ermittlungsakten seien nicht geschlossen, auch wenn es seit einiger Zeit weder Sachstandsänderungen noch neue Erkenntnisse gebe, sagte eine Sprecherin am Donnerstag auf dapd-Anfrage in Berlin und dementierte damit einen entsprechenden Bericht der "Sächsischen Zeitung" (Donnerstagausgabe).
So habe der Krisenbeauftragte des Auswärtigen Amtes den Fall bei einer Jemenreise im Juli 2011 bei den zuständigen Behörden angesprochen, sagte die Sprecherin weiter. Die Aufklärung gestalte sich aufgrund der "extrem angespannten Sicherheitslage" in dem arabischen Land aber leider schwierig.
Die Ermittlungen des Bundeskriminalamtes wegen Mordes ruhen indes, wie der Schwager des entführten Ehepaares, Reinhard Pötschke, auf dapd-Anfrage sagte und damit einen Bericht der "Dresdner Morgenpost" bestätigte. Der letzte Eintrag in den BKA-Akten stamme aus dem Herbst 2010, erklärte Pötschke, der die Akten nach eigenen Angaben im vergangenen Jahr eingesehen hat. "Zurzeit arbeitet niemand daran, aber wenn sich etwas Neues ergibt, werden die Ermittlungen natürlich wieder aufgenommen." Allerdings könnten die Ermittler seiner Ansicht nach aktuell "nichts machen", da das Land in Verfall begriffen sei. Das BKA gab dazu keine Stellungnahme ab.
Das Ehepaar Johannes und Sabine Hentschel aus Meschwitz bei Bautzen war im Juni 2009 zusammen mit seinen drei kleinen Kindern und weiteren Ausländern im Jemen verschleppt worden. Im Mai 2010 wurden die beiden Töchter freigelassen. Sie leben heute nach Angaben Pötschkes bei Verwandten in Sachsen. Das Schicksal ihrer Eltern und ihres Bruders ist bis heute völlig unklar.
dapd