Werbung/Ads
Menü
 
Burkhardt Heinze - Regionalstellenleiter der Sächsischen Bildungsagentur

Foto: Bildungsagentur

Chemnitz soll mehr Lehrer ausbilden

Oberschulen erhalten fast nur noch Quereinsteiger

erschienen am 25.02.2017

Chemnitz. Aus der Sächsischen Bildungsagentur kommt die Forderung nach einem Ausbau der Lehrerausbildung an der Technischen Universität Chemnitz. Angesichts des Personalmangels an den Schulen insbesondere in Südwestsachsen sollten in Chemnitz künftig auch Lehrer für Oberschule und Gymnasium ausgebildet werden, verlangte der neue Chemnitzer Regionalstellenleiter der Bildungsagentur, Burkhardt Heinze, am Freitag in einem Gespräch mit Journalisten.

Nach seinen Angaben werden bislang fast alle der jährlich rund 2000 neuimmatrikulierten sächsischen Lehramtsstudenten in Leipzig und Dresden ausgebildet. In Chemnitz seien es lediglich 100 Studierende im Grundschulbereich. "Junge Leute aus dem Erzgebirge, die zum Studium nach Leipzig kommen, lassen sich kaum noch zurückholen", sagte Heinze. An der TU Chemnitz solle man sich daher auf frühere Erfahrungen besinnen. "Ein Lehramtsstudiengang für Mathematik/Physik für Oberschulen oder Gymnasien wäre hilfreich", sagte der 54-jährige gebürtige Karl-Marx-Städter.

Im Bereich der Regionalstelle Chemnitz, die neben Chemnitz auch für die Landkreise Mittelsachsen und Erzgebirge zuständig ist, wurden im Februar 171 Stellen neu besetzt. Darunter waren 86 Quereinsteiger und weitere neun Bewerber mit schulartfremder Ausbildung. In den Oberschulen mussten von 59 Stellen sogar 41 mit Quereinsteigern besetzt werden. Der Unterrichtsausfall erreichte im Dezember 2016 sachsenweit fünf Prozent, im Schuljahr 20015/16 waren es noch vier Prozent. (oha)

 
© Copyright Chemnitzer Verlag und Druck GmbH & Co. KG
 
3
Lesen Sie auch:
 
Kommentare
3
Kommentieren (für Digital- und Printabonnenten)
  • 27.02.2017
    06:01 Uhr

    vomdorf: Im Prinzip haben Sie sogar recht: schaffen wir einfach die Berufsausbildung und alle Studiengänge ab und jeder macht, wozu er "sich berufen fühlt" bzw. wofür er sich in totaler Selbstüberschätzung in der Lage sieht, es zu tun.....
    Ich möchte aber nicht von jemanden operiert werden, der schon mal aufgepasst hat, wie ein Kaninchen geschlachtet wird, und der nun denkt, er bringt das auch....einen Körper aufschneiden.
    Dass es nicht nur fähige Lehrer gibt, sondern auch einige, die sich hätten einen anderen Beruf hätten suchen sollen, stelle ich nicht in Frage.
    Aber für die meisten ist es eben nicht nur ein Beruf, sondern Berufung. Und um dieser nachgehen zu können haben Sie vieleJahre studiert.
    Wer z.B. in der Wendezeit mit seinem Grundschullehrer-Studium fertig wurde dem wurde eingeredet, dass er nicht eingestellt würde und noch ein Hochschulstudium machen müsse. Diese Lehrer haben also 9 Jahre studiert. Und da kommt jetzt einer, der vielleicht Biologie studiert hat und der denkt, er "kann jetzt Lehrer"?
    Diese verfehlte Bildungspolitik wird sich irgendwann rächen, weil nämlich die paar alten langsam nicht mehr können, denn sie sollen neben ihren 28 Stunden Unterricht möglichst noch jede Stunde mit den Seiteneinsteigern vorbereiten....

    0 2
     
  • 25.02.2017
    17:50 Uhr

    BlackSheep: Wozu sollte man das machen, wenn dann doch Seiteneinsteiger eingestellt werden?

    0 1
     
  • 25.02.2017
    09:20 Uhr

    vomdorf: Haben das die Gewerkschaften nicht schon vor über 10 Jahren gefordert?
    Wehe, wenn ein damals in Lohn und Brot stehender Lehrer gesagt hätte, dass es nicht normal sei, die Lehrerausbildung derart zurückzufahren.
    Als man nun merkte, dass der Karren an der Wand stand hiefte man Frau
    Kurth schnell ins Amt der Kultusministerin. Aber sie kann auch nicht retten, was jahrelang verbockt wurde. Jetzt will man sie "absägen", dabei ist sie doch extra in die CDU eingetreten....

    Der normale Bürgner, der nichts mehr mit Schule zu tun hat, kann sich doch gar nicht vorstellen, was an einigen Schulen los ist. Wenn die Hälfte der Lehrer Seiteneinsteiger sind, muss die andere Hälfte des Kollegiums die neuen " anlernen", denn allein ein Studium und vielleicht auch Fachwissen macht noch keinen Lehrer. Von dem ganzen drum und dran ganz zu schweigen, denn es müssen Beurteilungen geschrieben werden, Förderpläne und Bildungsvereinbarungen, die sollen hospitieren und nebenbei studieren, denn es fehlt Ihnen an Praxis im Bereich "wie sag ich's einem Kinde."
    Nun könnte man meinen, dass es nicht lohne, sich darüber aufzuregen, denn es läuft ja.
    Sicher.....aber was kommt raus, wenn eine Gesellschaft das Wertvollste, ihre Kinder, so stiefmütterlich behandelt.

    Und ehe sich einige wieder darüber aufregen, dass die Lehrer zu viel verdienen....bitte bewerben Sie sich....dann können sie auch " ganz viel Geld verdienen", haben vormittags recht und nachmittags frei, unzählige freie Tage....und das bissel studieren, unterrichten, inkludieren, integrieren, vorbereiten, korrigieren macht man doch nebenbei.

    0 2
     

 
 
 
 
 
 
am meisten ...
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
|||||
mmmmm