Wenn die Sonne im Herbst durchs Laub schimmert, entstehen die bekannten goldenen Farben, die der Jahreszeit ihren Beinamen geben.   
Wenn die Sonne im Herbst durchs Laub schimmert, entstehen die bekannten goldenen Farben, die der Jahreszeit ihren Beinamen geben.

Foto: Ivan Gulei/Fotolia

Der Herbst soll golden werden

Jahreszeiten-Trend von "Freie Presse"-Wetter-Experte Dominik Jung

Chemnitz/Wiesbaden. Am Dienstag wird es noch einmal heiß, aber bei Fahrten in die Alpen sollte man ab Mittwoch die Winterausrüstung dabei haben, denn die Schneefallgrenze sinkt auf 1500 Meter, sagt Diplom-Meteorologe Dominik Jung vom privaten Wetterdienst Wetter.net, der auch den Wetterbericht für die "Freie Presse" liefert. Vielerorts falle kräftiger Regen. Doch Jung beruhigt: Ab Donnerstag gehe es mit den Temperaturen wieder bergauf. Damit gerät auch sein Ende August prognostizierter Trend für den Herbst nicht ins Wanken. Der besagt nämlich: September und Oktober werden überwiegend freundlich. Den aktuellen Langfristmodellen zufolge werden sie insgesamt sonniger und wärmer ausfallen als im Schnitt.

Die Monate im Detail

Für den September geht Dominik Jung davon aus, dass es sonniger und wärmer als im langjährigen Durchschnitt wird. Viel Regen sei nicht zu erwarten. Bisher sei es schon 2,5 Grad wärmer als im langjährigen Mittel, fielen erst zwei Prozent der üblichen Regenmengen.

Der Oktober dürfte laut Jung richtig golden werden, er wird von Hochdruckgebieten dominiert sein, vielfach sei es sonnig. Der Wetter-Experte nennt ihn einen "echten Wander- und Ausflugs-Oktober".

Nachdem der vergangene November der trockenste seit Beginn der Wetteraufzeichnungen gewesen sei - es fielen nur fünf Prozent der Regenmenge und die Sonne erfüllte ihr Soll mit 170 Prozent - sieht Wetter-Experte Jung diesen November eher grau und trüb. Allerdings erwartet er auch diesmal nicht allzu viel Regen, dafür schon ab Monatsmitte Schnee bis in mittlere Lagen.

Die Sommer-Bilanz

Mit seinem im April veröffentlichten Sommer-Trend ist Jung insgesamt zufrieden. "Der Sommer war wärmer, trockener und sonniger als 2011", sagt der Meteorologe. Insgesamt habe es sich um einen völlig normalen mitteleuropäischen Sommer gehandelt, mit wechselhaften Phasen, wie am 25. April auf der Titelseite der "Freien Presse" nachzulesen war.

Man habe vorhergesagt, dass mehrwöchige Regenphasen ausbleiben. Das sei genauso gekommen, das Regen-Soll für Chemnitz beispielsweise wurde in diesem Jahr nur zu 85 Prozent erfüllt, 2011 dagegen betrug der Wert das Doppelte. Der subjektive Eindruck bei dem einen oder anderen sei sicher ein anderer, weil es natürlich auch immer wieder Schauer und Gewitter, teils auch unwetterartig gab. Aber die nackten Zahlen der Mess-Stationen sprechen eine andere Sprache.

 
erschienen am 10.09.2012 ( Von Dietmar Bartel )
© Copyright Chemnitzer Verlag und Druck GmbH & Co. KG
 
Kommentare
2
(Anmeldung erforderlich)
  • 11.09.2012
    17:47 Uhr

    ThorstenMeyer: Eine Vorhersage für den ganzen Herbst ist kaum möglich. Man geht davon aus, dass man maximal eine 5-Tages-Prognose einigermaßen realistisch erstellen kann. Alles Darüberhinausgehende ist Kaffeesatzleserei...

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  • 11.09.2012
    14:03 Uhr

    unwichtig: Herbstbild

    Dies ist ein Herbsttag, wie ich keinen sah!
    Die Luft ist still, als atme man kaum,
    und dennoch fallen raschelnd, fern und nah,
    die schönsten Früchte ab von jedem Baum.

    O stört sie nicht, die Feier der Natur!
    Dies ist die Lese, die sie selber hält,
    denn heute löst sich von den Zweigen nur,
    was von dem milden Strahl der Sonne fällt.

    Friedrich Hebbel (1813-1863)

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