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Diabetikerbund Sachsen rechnet mit 200.000 neuen Diabetikern
Kritik an Kürzungen des Bundesgesundheitsministeriums
Dresden (dapd-lsc). Der Diabetikerbund Sachsen erwartet in den kommenden zehn Jahren eine Zunahme der sachsenweit 400.000 an Diabetes erkrankten Menschen um weitere 200.000. Diese seien bereits heute vom zweiten Typ der Stoffwechselkrankheit betroffen, der in jedem Alter erworben werden kann, sagte der Geschäftsführer des sächsischen Diabetikerbundes, Matthias Böhmer, der Nachrichtenagentur dapd am Montag.
Von diesem zweiten Typ sind den Angaben zufolge 90 Prozent aller Diabetiker betroffen. Sie leiden dabei an der Erhöhung ihres Blutzuckerspiegels aufgrund eines Mangels am Hormon Insulin. Böhmer sagte, anders als beim ersten Typ von Diabetes, der angeboren ist, sei es beim zweiten Typ ein schleichender Prozess, den Ärzte oft erst nach zehn Jahren erkennen würden. Betroffene dieses Typs müssten täglich mithilfe eines Teststreifens kontrollieren, ob ihr Blutzuckerspiegel nicht zu hoch sei.
Böhmer kritisierte einen Beschluss des Bundesgesundheitsministeriums, nach dem Krankenkassen seit Oktober jene Teststreifen nur noch in Ausnahmefällen verschreiben dürfen. Diabetiker müssten die teuren Streifen nun selbst bezahlen und würden zunehmend auf sie verzichten. Die häufigste Ursache für den Erwerb von Diabetes sieht Böhmer im Übergewicht. Wenn dazu erste Warnzeichen wie Müdigkeit, Antriebslosigkeit und permanenter Durst hinzukämen, sollten Betroffene den Blutzuckerspiegel beim Apotheker untersuchen lassen.
Generell vorbeugen lasse sich Diabetes durch gesunde Ernährung und häufige Bewegung. Zum 20. Weltdiabetestag werben Selbsthilfeorganisationen für mehr Aufmerksamkeit für die Erkrankung.
dapd