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Ein britischer Kriminalist in Leipzig auf Bachs Spuren
Simon Rouse erneut bei Andreas Schmidt-Schaller als Hauptkommissar Trautzschke zu Gast
Leipzig (dapd). Die Kameras, das Licht, die vielen fleißigen Hände: Nichts scheint am Set von "Soko Leipzig" anders als sonst. Doch diesmal haben die Dreharbeiten in der sächsischen Messestadt ein besonderes Flair. Nicht nur, dass Regisseur Robert del Maestro Anweisungen in englischer Sprache gibt, viele Dialoge laufen zweisprachig ab. Denn wenn Andreas Schmidt-Schaller als Hauptkommissar Trautzschke sein Gegenüber Simon Rouse auf Deutsch anspricht, antwortet der in seiner Rolle als Jack Meadows auf Englisch. "Kein Problem", sagen beide.
Es ist nicht das erste Mal, dass Schmidt-Schaller und Rouse gemeinsame Sache machen. Bereits 2008 war in Leipzig und London eine Doppelfolge gedreht worden. Die Besonderheit damals: In einer Kooperation zwischen dem ZDF und dem britischen Sender ITV war "Entführung in London" sowohl bei "Soko Leipzig" als auch beim englischen Erfolgsformat "The Bill" zu sehen. Hauptfigur bei "The Bill": Simon Rouse als Chefinspektor Jack Meadows.
Drehbücher in zwei Sprachen
"Dass wir mit deutsch-englischen Drehbüchern arbeiten, ist kein Problem", gibt Schmidt-Schaller zu Protokoll. Seiner Ansicht nach steigen Konzentration und innere Spannung, wenn man sich auf den anderssprachigen Partner einlassen muss. Rouse erklärt, dass die Arbeit dadurch etwas schwieriger werde, aber auch besonders viel Spaß mache. Einig sind sich die beiden Mimen darin, dass ihr Beruf dieses aufeinander Zugehen erleichtert. "Schauspielerei ist international", sagen sie unabhängig voneinander.
Bei den Dreharbeiten im Jahr 2008 und den jetzigen Aufnahmen haben sich die beiden Männer angefreundet. "Wir sind richtige Schauspielerkumpels geworden", umreißt es Schmidt-Schaller. Mit seinem Kumpel Rouse ist er in Leipzig zusammen essen gewesen, auch auf ein Bier hat man sich schon getroffen.
CD muss Thomaner-Erlebnis ersetzen
Der Brite fühlt sich in Leipzig nach eigenen Worten sehr wohl. Die Stadt sei wunderschön, er als Londoner empfinde sie auch als wesentlich ruhiger - "und das nicht nur dieser Tage", fügt er hinzu. "Als großer Freund der Musik von Johann Sebastian Bach freue ich mich, mir die Orte ansehen zu können, an denen er gewirkt hat", sagt er. Bach-Museum, Bach-Denkmal, die Thomaskirche - alles stand schon auf seinem Besuchsprogramm. Sehr zu seiner Enttäuschung musste er erkennen, dass der Thomanerchor in den Sommerferien ist und Rouse so keine Mottete hören konnte. "Aber ich habe mir eine CD gekauft", verrät er.
Die erste gemeinsame Arbeit, die im Jahr 2009 bei ITV und im ZDF ausgestrahlt wurde, war laut Rouse in seiner Heimat ein Riesenerfolg. "Ich bin überzeugt, dass es die beste Folge von "The Bill" war, die jemals produziert wurde", sagt er. 5,8 Millionen Zuschauer hatte der Entführungsthriller auf der Insel, ein Marktanteil von 24,4 Prozent, lobend wurde er in der britischen Presse erwähnt. Dazu wird es diesmal allerdings nicht wieder kommen. "The Bill" wurde nach 26 Jahren im August vergangenen Jahres eingestellt - und Detective Chief Inspector Jack Meadows in den Ruhestand geschickt.
dapd