Flammen und Qualmwolken schlagen aus dem Wohnhaus Glückaufstraße 2 a. Es ist der 27. Mai 2011 - wieder hat der Schneeberger Feuerteufel zugeschlagen.
Foto: Lars Rosenkranz
Feuerteufel noch immer auf freiem Fuß
Vorbestrafter steht im Verdacht, für Brandserie in Schneeberg verantwortlich zu sein
Schneeberg . Danny Schindler sieht die Bilder noch vor sich. Wie die Flammen gefährlich aus dem Dachstuhl schlagen, wie der tückische Qualm die Luft verpestet, wie die Bewohner weinend vor ihrem Haus stehen. Danny Schindler ist Feuerwehrmann und hat den Einsatz am 27. Mai dieses Jahres, als das brennende Haus in der Glückaufstraße 2 a in Schneeberg gelöscht werden musste, geleitet. "So einen Großbrand vergisst du nie", sagt er. "Hoffentlich kommt der Täter hinter Schloss und Riegel."
Verdächtiger könnte Glück haben
Das wird schwer. Zwar ist sich die Polizei ziemlich sicher, wer hinter der Schneeberger Brandserie und dem abgefackelten Haus in der Glückaufstraße 2 a steckt. Wie Oberstaatsanwalt Bernd Vogel bestätigte, hat die Kripo gegen einen einschlägig vorbestraften Jugendlichen aus Schneeberg ermittelt. Obwohl viele Indizien gegen ihn sprechen würden, sei die Beweislage kompliziert. Oberstaatsanwalt Bernd Vogel: "Deshalb ist noch offen, ob wir Anklage gegen ihn erheben oder nicht."
Statt dessen ist den Ermittlern inzwischen ein Trittbrettfahrer ins Netz gegangen. Gegen den 54-Jährigen, der in Untersuchungshaft sitzt, wird vermutlich in der nächsten Woche Anklage wegen versuchten Mordes erhoben. Er soll am 12. September versucht haben, mit einem Teelicht im Keller seines Wohnhauses ebenfalls in der Glückaufstraße ein Feuer zu legen, um sich an den Mietern wegen einer Streitigkeit zu rächen. "Eine Verbindung zur eigentlichen Brandserie lässt sich nicht nachweisen", so die Ermittler.
Wohnungen übergeben
Feuerwehrmann Danny Schindler stand diese Woche wieder an dem Haus in der Glückaufstraße 2 a, das er am 27. Mai mit seinen Kameraden vor der völligen Vernichtung bewahrt hat. Diesmal gab es einen erfreulicheren Anlass. Die Wohnungsbaugesellschaft ist jetzt mit dem Wiederaufbau des Hauses fertig und hatte zur feierlichen Übergabe neben den Mietern und Handwerkern auch den Leiter der Feuerwehr eingeladen und mit einem Blumenstrauß beglückwünscht.
750.000 Euro betrug der Schaden nach dem Brand an dem Gebäude, das 1957 als HO-Kaufhaus errichtet und nach der Wende zum Wohnhaus umgebaut wurde. Insgesamt waren elf Wohnungen und zwei Läden im Erdgeschoss völlig zerstört worden. Peter Stimpel, der Geschäftsführer der Wohnungsgesellschaft, sagte: "Eigentlich ist das kein Grund zum Feiern. Aber wir sind dankbar, dass bei dem Brand keiner zu Schaden gekommen ist und die Familien zu Weihnachten wieder zu Hause sein können."
10:18 Uhr
Moderator: Danke für den Hinweis, wir haben es korrigiert.
09:14 Uhr
pLi: "Man beachte" Es ist der 27 Mai. 2012. B.oben r.
Vorhersage?