Bei Wander- und Radwegen für Touristen in Sachsen gibt es nach Einschätzung der Grünen im Landtag Verbesserungsbedarf.Foto: dapd
Grüne mahnen zu Verbesserungen bei Wander- und Radwegen
Defizite sollen mit Modellregion aufgezeigt werden
Dresden (dapd-lsc). Bei Wander- und Radwegen für Touristen in Sachsen gibt es nach Einschätzung der Grünen im Landtag Verbesserungsbedarf. Die Wege seien nicht immer gut beschildert, Hotels und Gaststätten lägen nicht immer direkt an den Routen, sagte der Grünen-Wirtschaftsexperte Michael Weichert am Freitag in Dresden. Anhand einer Modellregion sollen Probleme aufgezeigt und Verbesserungen gefunden werden. Als Grund für das Vorhaben nannte Weichert vor allem die steigende Zahl an Touristen in Sachsen.
Die Modellregion ist ein gemeinsames Projekt der Landtags-Grünen und des Landestourismusverbands Sachsen. In der Modellregion soll geprüft werden, ob die Wege mit Bus und Bahn gut zu erreichen sind, wie der Zustand der Routen ist und ob diese gut beschildert und miteinander verbunden sind. Auch soll untersucht werden, ob Hotels, Gaststätten und beispielsweise Sehenswürdigkeiten direkt an den Wegen liegen oder nicht.
Zudem sollen Lösungen gefunden werden, um mögliche Konflikte zwischen Tourismus und Naturschutz frühzeitig zu entschärfen. "Naturschutz und Naturnutzung müssen nicht in Konflikt stehen", sagte Weichert. Auf Grundlage der Ergebnisse aus dem Projekt sollen Vorschläge erarbeitet werden, um das Wegenetz in ganz Sachsen zu verbessern. Für die Modellregion können sich bis 16. September unter anderem Kommunen, Landkreise und Tourismusverbände bewerben.
Weichert sagte, das touristische Wegenetz in Sachsen habe Defizite. Unter anderem gebe es nicht in jedem Hotel Räume, in denen Fahrräder untergestellt und repariert werden könnten. Auch seien die Routen nicht immer miteinander verbunden. "Wir haben schon ein sehr gutes Wegenetz, aber es fehlt die Lückenschließung."
Den Angaben zufolge gibt es in Sachsen 30.000 Kilometer touristische Wege für Wanderer, Radfahrer, Reiter und Wassersportler. Die Organisatoren rechnen mit mindestens zehn Bewerbungen. Das Projekt kostet Weichert zufolge 20.000 Euro. Es soll im Februar 2012 enden.
Nach Angaben des Landestourismusverbands stieg die Zahl der Gästeankünfte im Freistaat im ersten Halbjahr 2011 im Vergleich zum Vorjahr um 2,5 Prozent auf 2,96 Millionen. Bei der Zahl der Übernachtungen gab es ein Plus von 1,3 Prozent auf 7,69 Millionen. Der jährliche Umsatz durch den Tourismus liegt den Angaben zufolge bei 7,2 Milliarden Euro.
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dapd