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HHL-Rektor empfiehlt Hochschulen Studiengebühren

Beiträge verbessern laut Pinkwart Qualität des Studiums

Leipzig (dapd-lsc). Die Hochschulen in Deutschland sollten nach Auffassung des Rektors der Handelshochschule Leipzig (HHL), Andreas Pinkwart, Studiengebühren einführen. "Die durch solche Studienbeiträge eingenommenen Mittel sollten dann natürlich dazu beitragen, das Studium zu verbessern", sagte Pinkwart der Nachrichtenagentur dapd. So müsse das Geld zum Beispiel dafür verwendet werden, die Betreuungsrelationen zu verbessern und zum Beispiel zusätzliche Tutorien anzubieten. Vorstellbar seien etwa 500 Euro pro Semester.

Pinkwart war von 2005 bis 2010 Wissenschaftsminister in Nordrhein-Westfalen und dort an der Einführung von Studiengebühren beteiligt. Aus seiner Sicht waren die Studienbeiträge ein Erfolgsmodell. "Statistiken zeigen, dass sich die Absolventenquote von 20 auf 30 Prozent erhöht haben, zugleich verkürzte sich die Studiendauer", erklärte er.

Hintergrund sei, dass die Hochschulen die zusätzlichen Mittel zum Beispiel zur Personalaufstockung verwendet hätten. "Die absolute Zahl wissenschaftlicher und künstlerischer Beschäftigter stieg um 32 Prozent", sagte Pinkwart. Auch ein Abschreckungseffekt sei nicht zu beobachten gewesen. "Die Zahl der Studenten hat um 12,4 Prozent zugenommen." Die Gebühren hätten sich auch insofern positiv ausgewirkt, dass die Studenten mehr Qualität von ihrer Hochschule verlangt und sich bei Mängeln viel deutlicher als vorher beschwert hätten.

Die Politik müsse sich entscheiden, ob sie von den Studenten ergänzende Gebühren nehmen oder von sich aus mehr Mittel für die Bildung bereitstellen wolle. Letzteres sei angesichts von Schuldenbremse und bei knappen Kassen nicht zu erwarten. Von Studenten könne erwartet werden, dass sie sich in sozial verträglicher Höhe an den Kosten für ihr Studium beteiligen. Schließlich könnten sie im Beruf zusätzliche Erträge erwirtschaften, die ihnen ohne Studium nicht zuflössen.

Wegen seines beruflichen Wechsels an die Handelshochschule Leipzig (HHL) hatte Pinkwart sein Abgeordnetenmandat im nordrhein-westfälischen Landtag zum 31. März 2011 niedergelegt. An der privaten HHL kostet zum Beispiel eine Ausbildung zum Master in Business Administration 27.000 Euro Gebühren.

dapd

 
erschienen am 04.01.2012
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