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Industrie will keine Physiker mit Bachelorabschluss
Geringe Praxisorientierung des Studiengangs bemängelt
Dresden (dapd). Bachelorabsolventen im Bereich Physik werden auf dem Arbeitsmarkt kaum nachgefragt. Das ist das Ergebnis einer Studie der Deutschen Physikalischen Gesellschaft (DPG), die auf der weltgrößten Physiker-Tagung am Montag in Dresden vorgestellt wurde. Demnach betrachten Industrie und Wirtschaft das Bachelorstudium als unvollständige Ausbildung.
Obwohl die Berufsaussichten für Physiker insgesamt "hervorragend" seien, lehnten 90 Prozent der befragten Unternehmen den Bachelor als einzigen berufsqualifizierenden Abschluss ab, sagte DPG-Präsident Wolfgang Sandner. Mit der Bologna-Reform ist der dreijährige Studiengang als alternativer Einstieg in die Berufstätigkeit vorgesehen. Die DPG-Studie zeige jedoch, dass Arbeitgeber hervorragend ausgebildete Techniker und Laboranten, die das System der beruflichen Ausbildung bereitstelle, bevorzugten. Insbesondere werde die geringe Praxisorientierung des Physik-Bachelors bemängelt.
Die DPG empfehle den Studenten daher, nach dem Bachelorabschluss ein Masterstudium aufzunehmen, sagte Sandner. "Wir zweifeln deswegen aber nicht an der Bologna-Reform oder wollen den alten Diplomabschluss wieder." Vielmehr fordere der Verband die Politik auf, genügend Kapazitäten an den Universitäten für eine weiterführende Ausbildung bereitzustellen.
Derzeit gibt es in Deutschland rund 1.000 Bachelorstudenten sowie etwa 3.000 Diplom- und Masterstudenten. Rund 93.000 Physiker sind berufstätig. Für die DPG-Studie wurden 28 Unternehmen befragt, darunter sechs DAX-Firmen. Die Befragung ist nicht repräsentativ.
dapd