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Landeskirche hält an Beschluss zu homosexuellen Pfarrern fest

Sprecher verteidigt Kompromiss - Gegner will keine Kirchenspaltung

Dresden (dapd-lsc). Trotz Kritik auch aus den eigenen Reihen will die evangelische Landeskirche an der Entscheidung zum Umgang mit homosexuellen Pfarrern festhalten. "Dass der Kompromiss offenbar auf beiden Seiten nicht auf vollste Zustimmung stößt, zeigt, dass wir mit ihm wohl ganz richtig liegen", sagte Landeskirchen-Sprecher Matthias Oelke am Mittwoch der Nachrichtenagentur dapd. Es sei nicht geplant, den Beschluss "wieder zurückzudrehen".

Am Wochenende hatte die Landeskirchen-Leitung beschlossen, dass homosexuelle Pfarrer künftig mit ihrem Partner im Pfarrhaus leben dürfen. Voraussetzung ist aber, dass der Kirchenvorstand der jeweiligen Gemeinde zustimmt und der Pfarrer mit seinem Partner bereits in einer Eingetragenen Lebenspartnerschaft lebt. Der Lesben- und Schwulenverband Sachsen sprach von einem "faulen Kompromiss". Kritik an der Entscheidung kommt auch von Gegnern der Entscheidung innerhalb der Kirche.

Oelke sagte, den einen gehe die Lockerung "zu weit, den anderen nicht weit genug". Trotz der Kritik von beiden Seiten gelte der Beschluss ab sofort für die kirchliche Personalpolitik, solange es auf der Landessynode Ende April keine Änderungsanträge gebe.

Der Lesben- und Schwulenverband Sachsen hatte die neue Regelung kritisiert, weil die Landeskirche damit zwar die Eingetragene Lebenspartnerschaft rechtlich anerkenne, aber weiterhin die öffentliche Segnung Homosexueller verbiete. Oelke sagte dazu, diese Segnungen seien offiziell zwar nicht erlaubt, sie seien "aber im Rahmen der Seelsorge möglich". Er verwies zugleich darauf, dass die meisten Reaktionen seit dem Wochenende von Kritikern aus den Reihen der Kirche gekommen seien, die die Öffnung für Homosexuelle als "unbiblisch" ablehnten.

Zuvor hatten Gegner einer Lockerung in einer "Markersbacher Erklärung" kritisiert, die Öffnung für Homosexuelle stelle das kirchliche Leitbild von Ehe und Familie infrage. Deren Initiator, der Markersbacher Pfarrer Gaston Nogrady, sagte der Nachrichtenagentur dapd, die Kirchenleitung habe sich bemüht, die Einheit der Kirche zu wahren. Diese Einheit sei ihm "zu wichtig", als dass er nun mit einer Spaltung der Kirche drohen würde. Allerdings hätten "sehr viele der Unterzeichner ihr Verbleiben in der Kirche an diese Entscheidung gebunden", fügte er hinzu.

dapd

 
erschienen am 25.01.2012
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