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Neuer Anlauf für Prozess gegen Vater des toten Leon
Angeklagter nur eingeschränkt verhandlungsfähig
Leipzig (dapd-lsc). Der Prozess gegen den Vater des im Dezember vergangenen Jahres zu Tode gekommenen Leon aus Leipzig ist am Freitag vor dem Landgericht der Messestadt in eine neue Runde gegangen. Dem Mann wird vorgeworfen, das zwei Monate alte Kind so stark geschüttelt zu haben, dass es Verletzungen erlitt und starb. Zum Prozessauftakt wurde lediglich die Anklage verlesen, weil der Mann wegen erheblicher psychischer Probleme nur eingeschränkt verhandlungsfähig ist, wie eine Gerichtssprecherin sagte.
Das Verfahren gegen den Mann war ursprünglich bereits im Juni gestartet, musste aber wegen eines Zusammenbruch des Mannes abgebrochen und verschoben werden. Auch die Mutter des Kindes hatte damals einen Zusammenbruch erlitten, nachdem sie von ihrem Lebenspartner beschuldigt worden war, für den Tod des Säuglings verantwortlich gewesen zu sein.
Der Angeklagte bestreitet bislang, das Kind tödlich verletzt zu haben. Die Staatsanwaltschaft ist dagegen überzeugt, dass er an dem Jungen seine Frustration darüber abgelassen hatte, dass er sich von der Mutter des Kindes seit dessen Geburt vernachlässigt gefühlt habe. Zudem hieß es, dass der Mann es als ungerecht empfunden habe, dass er arbeiten gehen musste, während die Mutter mit dem Kind zuhause geblieben sei.
Bis 16. Dezember sind weitere acht Verhandlungstermine angesetzt, unter anderem sollen 18 Zeugen gehört werden, darunter Mitarbeiter des Jugendamtes sowie Nachbarn. Auch an diesen Prozesstagen sind jeweils nur kurze Verhandlungen angesetzt.
dapd