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Opposition kritisiert Einsatz von Antibiotika in der Tierhaltung
Grüne halten Verabreichung der Medizin in vielen Fällen für überflüssig
Dresden (dapd-lsc). Zum Schutz der sächsischen Verbraucher sollten nach Ansicht der Grünen-Fraktion deutlich weniger Antibiotika in der Massentierhaltung eingesetzt werden. Das sei möglich, weil viele Antibiotika unnötig an Hühner, Schweine und Rinder verabreicht würden, sagte der Agrar-Experte der Grünen-Fraktion, Michael Weichert, am Donnerstag im Dresdner Landtag.
Gründe für die falsche Verabreichung seien Unwissenheit, eine verkehrte Verschreibungspraxis und fehlende Aufklärung. Durch den Verzehr des belasteten Fleisches würden die Menschen zunehmend resistent gegen Antibiotika, kritisierte Weichert, in einer Plenardebatte.
Die Grünen hatten das Thema auf die Tagesordnung gesetzt, nachdem bekannt wurde, dass in Nordrhein-Westfalen laut einer aktuellen Studie 96,4 Prozent der Hühner mit Antibiotika behandelt werden. Ähnliches müsse für Schweine und Rinder befürchtet werden, sagte Weichert am Rande der Landtagssitzung. Offenbar sei die Massentierhaltung ohne massiven Einsatz von Antibiotika gar nicht möglich.
Verbraucherschutzministerin Christine Clauß verwies darauf, dass Antibiotika nur zur Heilung von Krankheiten verwendet werden dürften, nicht aber zur Wachstumsförderung. Krankheiten könnten durch Haltungs- und Hygienemängel entstehen. Ihre Heilung gebiete der Tierschutz. Doch "so lange man ein Hühnchen für unter zwei Euro im Discounter kaufen kann, werden sich die Bedingungen in der Nutztierhaltung nicht verbessern", betonte die CDU-Politikerin.
Die verbraucherpolitische Sprecherin der Linksfraktion, Julia Bonk, warf Clauß vor, die Ernährungsbedürfnisse einkommensschwacher Menschen auszublenden. Menschen mit niedrigen Einkommen seien auf günstiges Fleisch angewiesen. Da helfe auch der Hinweis der Ministerin nichts, man könne sich sehr gut gesund ohne Fleisch ernähren, kritisierte Bonk.
dapd