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Osteuropäer lassen in Sachsen die Kassen klingeln

In der Region Chemnitz erfreuen Tschechen den Handel, in Dresden russische Touristen

Dresden/Chemnitz. Zahlungskräftige Touristen aus Russland und Tschechien stärken zunehmend den sächsischen Einzelhandel. Während Dresden von den direkten Flugverbindungen nach Moskau profitiert, zieht die Chemnitzer Region Nutzen aus der Grenznähe zu Tschechien. Die großen Kaufhäuser und Einkaufszentren stellen sich auf die zahlungskräftige Kundschaft aus Osteuropa ein. Wege werden nicht nur in deutscher, sondern auch in russischer und tschechischer Sprache ausgewiesen. Das Verkaufspersonal absolviert Sprachkurse.

"Der Einkaufstourismus aus Nordböhmen ist mittlerweile eine maßgebliche Umsatzgröße für den hiesigen Einzelhandel", bestätigt Rene Glaser, Geschäftsführer im Handelsverband Sachsen. Eine deutliche Steigerung bei den Kunden aus Tschechien spürt zum Beispiel das Chemnitz-Center. Deren Anteil liegt nach Aussage von Center-Manager Gordon Knabe inzwischen bei sechs Prozent, im Elektronikbereich sogar bei zwölf Prozent. Der Elektronikmarkt Saturn habe sich darauf durch Tschechisch-Lehrgänge für Mitarbeiter längst eingestellt. Der gesamte Internet-Auftritt des Einkaufszentrums sei auch in tschechischer Sprache abgefasst.

Hans-Jürgen Goller, Geschäftsführer der Tourismus Marketing Gesellschaft Sachsen, hat vor allem die gut verdienende Mittelschicht als neue Klientel für den heimischen Handel ausgemacht. Dabei sei das Potenzial längst nicht ausgeschöpft. "Umso wichtiger ist die Verbesserung der Verkehrsverbindungen von Tschechien nach Sachsen", lautet Gollers Anstoß.

Russische Einkaufstouristen haben im vergangenen Jahr vor allem den Einzelhandel in Dresden angekurbelt. Der Umsatz lag 2011 mit rund 22 Millionen um 6,8 Millionen Euro höher als im Vorjahr. Das ermittelte die Global Blue Deutschland GmbH. Der Dienstleister erstattet die Mehrwertsteuer bei Reisenden aus Nicht-EU-Ländern. Durchschnittlich 222 Euro gibt demnach ein Russe pro Einkauf in Dresden aus. Da nicht alle Kunden ihre Steueransprüche anmelden, dürfte die Summe sogar noch höher liegen. Allein die Altmarkt-Galerie in Dresden machte Anfang Januar innerhalb einer Woche mit ihrer Aktion "Russische Festtage" einen zusätzlichen Umsatz von einer Million Euro.

Gekauft werde "alles, was Marke ist", sagt Wolfgang Wirtz, Karstadt-Chef in Dresden. Gemeint sind Uhren, Elektroartikel und Designerkleidung, die bis zu 20 Prozent günstiger seien als im Heimatland. Für das Dresdner Hotel- und Gastgewerbe liegt Russland mittlerweile auf Platz 8 unter den zehn wichtigsten Auslandsmärkten. Allein 2011 stieg die Anzahl der Übernachtungen von russischen Touristen im Vergleich zu 2010 um 22 Prozent.

 
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Osteuropäer lassen in Sachsen die Kassen klingeln
Studie zum Kaufverhalten
 
erschienen am 24.01.2012 ( Von Hubert Kemper )
© Copyright Chemnitzer Verlag und Druck GmbH & Co. KG
 
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