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Rabbiner: Erinnerung an den Holocaust weiter "sehr wichtig"
"Gerade vor dem Hintergrund der rechtsextremen Tendenzen in ganz Europa"
Leipzig (dapd-lsc). Der Leipziger Rabbiner Zsolt Balla hat das deutsche Gedenken an den Holocaust gewürdigt. "Die deutsche Erinnerungskultur ist sehr wichtig, gerade vor dem Hintergrund der rechtsextremen Tendenzen in ganz Europa", sagte Balla am Mittwoch der Nachrichtenagentur dapd. Das gelte aber nur, solange Erinnern nicht heiße, im Kopf in der Vergangenheit zu leben. Dann würde das Gedenken zu einem "inhaltsleeren und folgenlosen Ritual". Vielmehr müsse man aus dem Holocaust lernen, Menschen mit anderer Meinung zu tolerieren.
Am 27. Januar, dem Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz, wird seit 1996 in Deutschland der Millionen Opfer des Nationalsozialismus gedacht.
Balla sagte weiter, er verstehe sich zwar als orthodoxer Jude und halte kompromisslos jüdische Gebote wie den Sabbat. Aber er akzeptiere, dass es Menschen gebe, die nicht so denken würden wie er. Auch wenn die Leipziger Gemeinde traditionell geprägt sei, wolle er Rabbiner für jeden sein.
Ein Großteil der rund 1.300 Mitglieder der jüdischen Gemeinde sei vor 20 Jahren aus der ehemaligen Sowjetunion nach Leipzig gekommen, sagte Balla weiter. Er verwies darauf, dass sie vielfach nationales Brauchtum pflegten, das aber "nicht wirklich Judentum" sei. Ihm gehe es darum, dass alle Gemeindemitglieder ihre religiöse Identität verstärkten.
Balla kündigte an, verstärkt um diejenigen jüdischen Einwohner Leipzigs werben zu wollen, die noch nicht Mitglied der Gemeinde seien. Auch Jugendliche wolle er beispielsweise mit religiöser Rock-Musik statt mit klassischer Klezmer-Musik für die jüdische Tradition begeistern, sagte der 32-Jährige. "Wir wollen nicht die Asche anbeten, sondern das Feuer heiß halten", sagte Balla. Deswegen erwarte er, dass seine Gemeinde weiter wachse. Nötig werde dann aber eine "stärkere jüdische Infrastruktur" mit jüdischer Schule sowie koscherem Laden und Restaurant.
Der gebürtige Ungar ist seit knapp zwei Jahren Rabbiner der jüdischen Gemeinde Leipzig.
dapd
15:54 Uhr
809626: Die BILD schreibt am 26.01.2012: Jeder Fünfte (!) unter 30 Jahren weiß nichts oder gar nichts über Auschwitz. Meine Antwort an die BILD-Zeitung:
Sehr geehrte Damen und Herren,
Ja, was haben Sie (bei der BILD) denn erwartet? In Zeiten, in denen die Rechten seit Jahrzehnten machen können, was sie wollen und die Linken vom Verfassungsschutz beobachtet wurden, wundert mich das nicht. In Zeiten, in denen wahrscheinlich unsere Jugend und die Jungerwachsenen nicht einmal die deutschen Bundesländer fehlerfrei und lückenlos zusammenstottern können - dafür aber den Weg im All-Inclusiv-Urlaub von der Unterkunft zum Ballermann auf "Malle" aus dem Effeff finden - in diesen Zeiten und mit solchen Prioritäten wundert mich das nicht. Glauben Sie (bei der BILD) ernsthaft, die assimilierten, dickbäuchigen, gepiercten Arschgeweihträgerinnen interessieren sich dafür, wo und was Auschwitz ist? Britney Spears fragte einst einen Journalisten, in welchem US-Bundesstaat eigentlich Australien liegt, weil sie dorthin eine Tournee hat. Wir sind 20 Jahre nach der Wende leider nicht weit von solchen amerikanischen Verhältnissen entfernt. Aber ein doofes Volk ist doch viel beherrschbarer! Glauben Sie allen Ernstes, die dicken und muskelbepackten, solariumgebräunten Bumm-Bumm-Musikhörer mit Hosen, wo der Arsch in den Kniekehlen hängt, interessieren sich für so etwas? Die haben sich doch ganz anderen Wissensmüll der Neuzeit anzueignen, damit sie ?tough? und ?up to date? sind!
Seit 10-20 Jahren ist unsere Politik auf dem rechten Auge blind. Aber mit dem linken Auge schaut man umso genauer hin. Bissel Schieflage ist das schon. Und wenn "die im Westen" nach 1945 mit ihren Altnazis in Behörden und Ämtern so aufgeräumt hätten, wie sie es jetzt bei der "Stasivergangenheit jedes zweiten Ex-DDR-Bürgers" tun, dann wäre der Gerechtigkeit auch genüge getan. Zumindest könnte man von gleichen Maßstäben sprechen! Aber so scheint die rechte Szene harmlos zu sein - aber bei der Stasi waren außer Mutti alle, und die Linken muß man unter Verfassungsbeobachtung stellen. Und das Halbwissen beziehungsweise gar kein Wissen ? wie in dem Fall über Auschwitz ? treibt seltsame Blüten!
Siehe auch: http://mtwv.de/wordpress/?p=3864