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SPD weist Vorstoß zu Studiengebühren zurück
Gebührenfreiheit sei Standortvorteil in Sachsen
Dresden/Leipzig (dapd-lsc). Die sächsische SPD hat einen erneuten Vorstoß zur Einführung von Studiengebühren zurückgewiesen. Die Studiengebührenfreiheit sei in Sachsen zu einem entscheidenden Standort- und Werbevorteil geworden, erklärte der hochschulpolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Holger Mann, am Mittwoch in Dresden.
Der frühere nordrhein-westfälische Wissenschaftsminister und heutige Rektor der privaten Handelshochschule Leipzig, Andreas Pinkwart (FDP), hatte in einem dapd-Gespräch erklärt, den Hochschulen sollte die Möglichkeit zur Erhebung von Studiengebühren gegeben werden. Sie sollten mit dem Geld zum Beispiel zusätzliche Tutorien und damit eine bessere Betreuung der Studenten finanzieren.
Dem hielt Mann entgegen, mit der Studiengebührenfreiheit seien die sächsischen Hochschulen für alle Verdienstgruppen offen gehalten worden. Damit solle dem Fachkräftemangel und der demografischen Entwicklung aktiv entgegengewirkt werden. Die Steigerung auf fast 50 Prozent Studienanfänger eines Altersjahrgangs und die Zahl von 110.000 Studenten in Sachsen zeige die positive Auswirkung.
Pinkwart hatte auf die Erfahrungen mit Studiengebühren in Nordrhein-Westfalen verwiesen, an deren Einführung er als Minister beteiligt war. Aus seiner Sicht waren die Studienbeiträge ein Erfolgsmodell. "Statistiken zeigen, dass sich die Absolventenquote von 20 auf 30 Prozent erhöht haben, zugleich verkürzte sich die Studiendauer", hatte er erklärt.
Mann kritisierte, bei dem Pinkwart-Vorschlag scheine es eine politische Agenda zu geben, die lediglich auf die Marktfähigkeit von Bildung abziele. Die SPD habe auf Bundes- und Landesebene klar gemacht, dass aufgrund der deutlich gestiegenen Studierendenzahlen vor allem die Grundfinanzierung der Hochschulen verbessert werden müsse.
dapd