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Streik an Universitätskliniken nicht sicher

Verhandlungspartner treffen sich in Berlin zu Sondierungsgesprächen

Berlin (dapd-nrw). Der am Montag drohende unbefristete Ärztestreik an 23 Universitätskliniken könnte möglicherweise noch abgewendet werden. Die Verhandlungspartner in dem seit drei Monaten andauernden Tarifkonflikt für rund 20.000 Mediziner wollen sich noch am Freitag in Berlin zu einem Sondierungsgespräch treffen, wie der Vorsitzende der Gewerkschaft Marburger Bund, Rudolf Henke, erklärte. Sollte die Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) ein zustimmungsfähiges Angebot vorlegen, würden die Arbeitskämpfe abgesagt.

"Wir sind bereit, die ganze Nacht zu verhandeln, wenn möglich", sagte Henke. Voraussetzung sei aber, dass die TdL von ihrem "Tarifdiktat" abrücke. "Wir jedenfalls sind einigungsorientiert und kompromissbereit", erklärte der Gewerkschaftschef.

Sollten die Arbeitgeber nicht von ihrer Position abrücken, werde der Arbeitskampf wie angekündigt am 7. November beginnen. Die Vorbereitungen liefen "extrem gut". Die Leistungen der Ärzte würden sich um rund die Hälfte reduzieren, Notdienste seien jedoch immer sichergestellt. Betroffen wären die Universitätskliniken in Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg, Bayern, Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt.

Der Marburger Bund hatte die Gespräche mit den Arbeitgebern am 30. September nach fünf Runden für gescheitert erklärt. Die TdL habe einen finanziellen Rahmen vorgegeben, der ein Gesamtvolumen von 3,75 Prozent bei einer Laufzeit von 24 Monaten vorsehe. Auf das Jahr gerechnet sei das eine Gehaltssteigerung von etwa 1,9 Prozent. Die Inflationsrate liege 2011 im Durchschnitt bei 2,3 Prozent.

Die Gewerkschaft fordert für die Ärzte eine lineare Gehaltssteigerung um fünf Prozent. Außerdem sollen Schichtdienste deutlich besser bezahlt werden.

Der TdL-Vorsitzende und niedersächsische Finanzminister Hartmut Möllring (CDU) hatte diese Forderungen zuletzt als "völlig überhöht" bezeichnet. Mediziner seien schon jetzt die Spitzenverdiener im öffentlichen Dienst. Der Marburger Bund solle seine "unrealistischen Forderungen" überdenken.

An dem Treffen am Freitag, das nach Angaben Henkes auf Gesuch der TdL anberaumt wurde, nehmen neben den beiden Vorsitzenden die Verhandlungsführer beider Seiten, Lutz Hammerschlag (Marburger Bund) und Knut Bredendiek (TdL), teil.

dapd

 
erschienen am 04.11.2011
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