Foto: dapd

Universität Leipzig will Institut für Pharmazie schließen

Rektorat setzt Streichungsforderung aus Dresden um

Leipzig (dapd-lsc). Die Universität Leipzig will ihr Institut für Pharmazie schließen. Das Rektorat der Hochschule werde dem Sächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst diese Maßnahme vorschlagen und damit der Forderung nach Streichung von 48 Stellen an der Universität bis 2014 zum Teil nachzukommen, sagte Rektorin Beate Schücking am Mittwoch in Leipzig. Weitere Stellen sollen bei den Wirtschaftswissenschaften, der Mathematik und in der Philologie wegfallen.

"Auch wenn es für die Universität besser wäre, die Pharmazie zu erhalten, sind wir zu diesem harten Schnitt gezwungen, da uns die Vorgaben aus Dresden keine andere Möglichkeit lassen", erklärte Schücking.

Thomas Lenk, Prorektor für Entwicklung, erklärte, die Universität solle bis zum Jahr 2020 sogar 172 Stellen streichen. "Ein gleichmäßiger Abbau über alle Fakultäten hinweg funktioniert dabei nicht", sagte Lenk.

Die Universität sei gezwungen gewesen zu prüfen, in welchen Bereichen sie sich besonders profilieren könne. Da das Institut für Pharmazie zu den schwächeren Einheiten innerhalb der Gesamtstruktur gehöre, werde dessen Schließung vorgeschlagen, sagte Schücking. Andere Bereiche wie die Natur- und Lebenswissenschaften sowie die Lehrerbildung sollen dagegen gestärkt werden.

Kritik an den Schließungsplänen man von den Studierenden. Lautstark protestierten sie am Mittwoch im Rektorat. Schücking bat die Protestierenden, ihren Unmut in Dresden bei der Landesregierung zu bekunden. Dorthin müssten sie ihren Protest tragen. Zugleich sagte sie den derzeit am Institut für Pharmazie immatrikulierten Studenten zu, sie könnten ihre Ausbildung auf jeden Fall in Leipzig abschließen. Allerdings werde es ab Herbst 2012 keine Neuimmatrikulationen mehr geben.

Die Dekanin der Fakultät für Biowissenschaften, Pharmazie und Psychologie, Andrea Robitzki, verwies darauf, dass an keiner anderen Einrichtung in Sachsen Pharmazeuten als Nachwuchs für Apotheken, Krankenhäuser, Arzneimittelforschung und Gesundheitsverwaltung ausgebildet werden. "Die Entscheidung der Universität betrifft damit strukturell die Arzneimittelversorgung und -sicherheit des gesamten Freistaats. Sachsen soll zu einem Flächenland ohne eigene pharmazeutische Ausbildung werden", erklärte sie.

dapd

 
erschienen am 14.12.2011
© Copyright dapd Nachrichtenagentur GmbH
 
Kommentare
0
(Anmeldung erforderlich)

 
 
 
Artikel weiter empfehlen
per E-Mail per Bookmark
 
Facebook Teilen   Twittern  
 
 
Shop-Tipp

Erlebnistour: Spreewald - eine kulinarische Reise

Diese Erlebnistour wird Ihnen schmecken: Im Juli geht es auf knackig, genussvolle Tour in den Spreewald. Ziel ist eines der ersten Gurkenfelder....
 
Shop-Tipp

Das kleine Buch vom Lavendel

Lavendel ist wegen des feinen Dufts seiner Blüten nicht nur überaus beliebt, er besitzt sogar Heilkräfte. Die wohltuende Wirkung seiner ätherischen...
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Webtipps