Jetzt aber schnell wenden: Perfekt klappt die Formation des ungewöhnlichen Gespanns in der Luft noch nicht.
Foto: Andreas Kretschel
Der mit den Enten fliegt
Für Frank Löscher erfüllt sich größter Traum: Mit seinen Stockenten erhebt er sich in die Lüfte
Hartenstein/Göpfersdorf. Einen Moment sind sie frei. Und waren sich doch noch nie so nah. Im Licht der aufsteigenden Sonne steuert Frank Löscher aus dem westsächsischen Hartenstein sein rotes Fluggerät über nebelverhüllte Felder - seinen Enten und dem Horizont entgegen. Das surrende Motorengeräusch des fliegenden Fahrrads teilt die kühle Septembermorgenluft über dem Flugplatz Göpfersdorf, der sich auf einer Anhöhe knapp hinter der thüringischen Landesgrenze nördlich von Waldenburg befindet.
Die sechs Stockenten bewegen fast lautlos ihre Schwingen. Es ist, als ob sie ihre Flügel nach einer langen Ruhephase dehnen müssten. Sie drehen Kurven, tanzen aus der Reihe, um nur kurz darauf wieder in Formation zu segeln. Mühelos tauchen sie unter dem behäbigeren Flieger ihres Ziehvaters hinweg und erkunden den unbekannten Luftraum über Kirchturmspitzen und zwischen Windrädern. Zum ersten Mal fliegen sie derart ausdauernd. Weit bedeutender aber ist, dass sie zum ersten Mal auch einige Runden mit dem Mann drehen, der sie für diesen einen Moment zehn Wochen lang mit Hingabe aufzog. Der 48-Jährige versucht seinen gefiederten Freunden mit seinem Gleitschirm zu folgen. Zum Teil gelingt es ihm. Nur etwa 150 Meter ist das Gespann vom Boden entfernt. Und doch scheint es völlig losgelöst.
Bis zum Starttag gestern war es für Frank Löscher und seine Ziehkinder ein langer Weg. Und damit ist nicht nur die Fahrt vom rund 45 Kilometer entfernten Heimatort ins Thüringische gemeint. Es begann mit einer Vision im Frühjahr: Frank Löscher will mit Wildenten fliegen. Denn in der Luft ist der Pilot eines Power-Flykes, wie sein Ultraleicht-Flieger genau heißt, stets allein. Nur ab und an, wenn er viel Glück hat, schwebt er auf einem Luftstrom mit Wildvögeln. Ein erhebendes Gefühl. Das will er öfter erleben. Aus Tierdokumentationen und Spielfilmen ist ihm das Experiment bekannt, allerdings nur mit Gänsen. Da er Enten für pflegeleichter hält, besorgt er sich sechs Eier übers Internet. Ein Brutkasten auf seinem Schreibtisch hält sie einen Monat lang warm, bis der erste Schnabel durch eine Schale bricht. Der erste Kontakt? Nein. Schon durch die Eierschale spielte er Karlsson, Bruno, Roberta und den anderen drei Küken das Geräusch seines mit einem Rasentraktormotor betriebenen Fluggeräts vor. Bis sie für den ersten Start bereit waren, verging der Sommer.
07:52 Uhr
Quaood: Herzlichen Glueckwunsch. Traeume sind da um sie zu verwirklichen. Wir haben all die Zeit unsere "deutschen Babies" beobachtet und sie wachsen sehen, den Schwimmunterricht, die ersten Flugversuche. Frank hat es etwas wunderbares getan, er hat der Natur 6 prachtvolle gesunde Enten gegeben. 6 prachtvolle Enten, die eine schoene Nachkommenschaft haben wird. Er hats sich monatelang um die Kleinen gekuemmert, gepflegt und umsorgt. Wundervolle Aufgabe und ein wundervolles Ergebnis. Eine Story nicht im oder als Film, sondern hautnah in Hartenstein in Sachsen. Danke Frank. Gruesse und danke fuer das Erlebnis. Ameena und meine 6 arabischen Kollegen aus U.A.E.