Unangefochtener Sieger: Der Spatz belegt in Sachsen und bundesweit Platz eins. 
Unangefochtener Sieger: Der Spatz belegt in Sachsen und bundesweit Platz eins.

Foto: Ina Ebert/Nabu

Haussperling zwitschert am häufigsten in Sachsens Gärten

Nicht auf Platz eins und dennoch Gewinner: Ringeltaube und Nebelkrähe

Chemnitz. Er wiegt nur 30 Gramm und ist 16 Zentimeter groß, dennoch zählt der Haussperling - oder einfach nur Spatz - zu der häufigsten Vogelart in den sächsischen Gärten. Bei der diesjährigen "Stunde der Gartenvögel" - einer Aktion des Naturschutzbundes Deutschland (Nabu) - wurde er mehr als 4800-mal gezählt. Rund 1700 Hobby-Ornithologen beteiligten sich. In mehr als 1000 Gärten haben die Teilnehmer vom 11. bis 13. Mai jeweils eine Stunde lang die Vögel in ihren grünen Oasen gezählt und notiert. Jetzt ist die offizielle Meldefrist der Zählung vorbei und die ersten Ergebnisse stehen fest.

Doch der erste Platz kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass der Haussperling in Sachsen seltener wird. "Wir verzeichnen einen Rückgang", erklärt Ina Ebert, Nabu-Sprecherin des sächsischen Landesverbandes. Wurden 2011 noch 5500 Spatzen gezählt, sind es in diesem Jahr mit bisher 4800 insgesamt 700 weniger. Ein Problem sind unter anderem fehlende Nistplätze.


Im Mittelfeld macht es sich die schön gemusterte und relativ seltene Mandarinente gemütlich. 
Im Mittelfeld macht es sich die schön gemusterte und relativ seltene Mandarinente gemütlich.

Foto: Arndt Asperger/Nabu

Dennoch ist und bleibt der Haussperling auch bundesweit (127.000) Spitzenreiter. Platz zwei und drei eroberten der Star (3800) und die Amsel (3600). Damit ergibt sich im Vergleich zum Vorjahr ein unverändertes Bild in Sachsen. Einziger Unterschied ist die Anzahl der gezählten Vögel. Diese lag 2011 bei über 40.000, dieses Jahr sind es rund 38.000. Das liegt zum einen an der leicht gesunkenen Teilnehmerzahl, zum anderen am Rückgang einiger Arten wie dem Spatz.

"Wir sind mit der Teilnehmerzahl aber zufrieden. Mit der Aufbereitung der Meldungen sind wir noch nicht fertig. Da kommen sicherlich noch einige dazu", erklärt Nabu-Sprecherin Ebert. Zudem hat die Expertin eine positive Nachricht. "In Sachsen ist das Amsel-Sterben, das vom Usutu-Virus ausgelöst wird, noch nicht angekommen." Dabei handelt es sich um einen Virus, der durch Stechmücken übertragen wird. Eine Infektion ist für die Vögel meist tödlich und hat beispielsweise in Baden-Württemberg und Hessen zu starken Rückgängen geführt.


Der Wiedehopf wurde nur einmal gesichtet.
Der Wiedehopf wurde nur einmal gesichtet.

Foto: Ulrich Schuster/Nabu

Zu den Gewinnern 2012 zählt neben der Blaumeise, die um zehn Prozent zulegen konnte, vor allem die Ringeltaube. Mit knapp 1000 Sichtungen tauchte sie statistisch gesehen in beinahe jedem Garten einmal auf. "Dabei handelt es sich aber nicht um die Haustaube, die wir nicht auf unseren Dächern haben wollen", sagt Ebert. Ein Anstieg der Population sei daher kein Problem. Daneben überrascht auch die Nebelkrähe. Über 100 Prozent stieg ihre Häufigkeit im Vergleich zum Vorjahr an. 191-mal machten die Beobachter auf Zeit einen Strich bei dieser Vogelart. "Die vermehrte Meldung von Nebelkrähen ist mit großer Wahrscheinlichkeit nicht korrekt", erklärt die Nabu-Sprecherin. In Sachsen komme diese Art nur selten vor. "Hierzulande gibt es zumeist Hybriden, also Kreuzungen aus Raben- und Nebelkrähen."

Dass die Teilnehmer aber oft ein gutes Auge und Gehör haben, zeigen vor allem die hinteren Plätze. Nur einmal wurde beispielsweise ein Wiedehopf, Kleinspecht oder Drosselrohrsänger entdeckt. "Es gibt einige Freaks, die viele Vögel allein am Gesang erkennen und uns zehn bis 15 verschiedene Arten melden", sagt Ebert. Mit etwas Glück wurden zudem Schönheiten wie die Mandarinente, Eisvogel und Pirol entdeckt.

Die endgültigen Ergebnisse "Stunde der Gartenvögel" werden frühestens nach Pfingsten erwartet.

►www.nabu.de

 
erschienen am 25.05.2012 ( Von Denise Märkisch )
© Copyright Chemnitzer Verlag und Druck GmbH & Co. KG
 
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