Mit I-Pad und Laptop: Juliane Sophie Fitzer aus Burkhardtsdorf und Benjamin Brunner aus Geyer haben sich im Internet kennen und lieben gelernt. Ohne das World Wide Web wären sie sich wohl niemals begegnet. Foto: Bernd März
Internet-Liebe: Zwei Erzgebirger erzählen ihre Geschichte
Heute ist der internationale Tag der virtuellen Liebe
Geyer/Burkhardtsdorf. Will man von Geyer nach Burkhardtsdorf fahren, so liegt gerade einmal eine Strecke von rund 17 Kilometern vor einem. Dass man sich trotz der Nähe nur mithilfe des Internets über den Weg laufen kann, beweisen Juliane Sophie Fitzer und Benjamin Brunner.
Die beiden Studenten lernten sich bereits vor sechs Jahren via Internet kennen. "Damals hatte ich mich gerade bei triff-chemnitz.de angemeldet und schon kurz darauf schrieb mich Benjamin an", erzählt Juliane Sophie Fitzer. Sie habe die Internetseite - die von jungen Leuten aus Chemnitz und Umgebung besucht wird - vor allem zum Austausch mit Freunden genutzt. "So ähnlich wie man heute Facebook nutzt", erklärt die 25-Jährige. Einen Mann zu finden sei nicht ihr Ziel gewesen.
Zunächst sei der Kontakt zwischen beiden recht oberflächlich gewesen. Sie tauschten Interessen und Neuigkeiten aus. "Bei mir steckten da noch keine Absichten dahinter. Ich fand einfach ihr Profilbild schön und habe sie deshalb angeschrieben", sagt der 24-jährige Politikstudent. Was genau seine ersten Worte waren, daran erinnert sich das Paar nicht mehr. Nur soviel: Es war im September 2006. Nach unzähligen Nachrichten via Internet und dem Austausch von Fotos, kam es wenige Monate später zum ersten nicht virtuellen Kontakt. Zu Weihnachten griff Juliane Sophie Fitzer zum Telefon, um ihren heutigen Freund anzurufen. "Als ich zum ersten Mal ihre Stimme hörte, hatte ich einen Frosch im Hals", erzählt Benjamin Brunner. Bei dieser Gelegenheit wurde dann auch gleich ein erstes Treffen vereinbart, was schon kurz darauf stattfand. Und bei dem realen Aufeinandertreffen der Internetbekannten stellte sich dann bei ihm das Kribbeln im Bauch ein.
"Ohne das Internet hätten wir uns wohl niemals kennengelernt", resümiert der 24-Jährige aus Geyer heute. Aber ganz ohne das Internet ging es auch in den folgenden Monaten nicht. "Er studierte in Jena, deshalb haben wir eineinhalb Jahre eine Wochenendbeziehung geführt", sagt Juliane Sophie Fitzer. Neben täglichen Telefonaten tauschten die Beiden aber auch weiterhin kleine Nachrichten im Web aus. Für das Paar eine bequeme Möglichkeit auch über weite Distanzen Kontakt zu halten.
Seit vier Jahren wohnen sie nun gemeinsam in Jena, wo er Politik und Philosophie und sie soziale Arbeit studiert. Mit ihrer Kennenlern-Geschichte halten die zwei Erzgebirger nicht hinter dem Berg. "Es ist doch mittlerweile ganz normal geworden, sich im Internet kennenzulernen. Auch in unserem Freundeskreis gibt es viele Paare, die auf diesem Weg zueinanderfanden - sogar über das gleiche Online-Portal", sagt die Burkhardtsdorferin.
Bei triff-chemnitz.de sind Juliane Sophie Fitzer und Benjamin Brunner übrigens nicht mehr angemeldet. Und auch wenn die Partnersuche im Internet nicht ihr primäres Ziel war, ihre virtuelle Liebe ist dennoch zu einer ganz realen geworden.