Überall auf Achse: Maskottchen Karli.Foto: Andreas Tannert
Sachsen feiert in Oelsnitz
Freiberg Ausrichterstadt im Jahr 2012
Oelsnitz. Der Tag der Sachsen im Jahr 2012 findet in Freiberg statt. Das Kuratorium des größten sächsischen Volksfestes habe sich einstimmig für den einzigen Bewerber ausgesprochen, sagte Kuratoriumspräsident Matthias Rößler am Samstag in Oelsnitz. In der ehemaligen Bergbaustadt feiern seit Freitagabend zehntausende Gäste.
Laut Rößler hat Freiberg eine "ganz tolle Bewerbung" abgegeben. Dabei sei die Geschichte der Stadt mit einer Erfolg versprechenden Zukunft verbunden worden. Die Stadt Ottos des Reichen, die 2012 850 Jahre alt wird, habe mit ihren frühen Silberfunden die Grundlage für das Kurfürstentum und den heutigen Freistaat geschaffen. Freiberg sei eine wirtschaftlich gesunde und in der Organisation von Großveranstaltungen erfahrene Kommune.
"Wir wollen an diesem großen Bürgerfest im Freistaat festhalten", sagte Rößler weiter. Dafür sei es notwendig, auch über den Doppelhaushalt 2011/12 hinaus die Finanzierung zu sichern. Die Bewerberkommunen brauchten diese Planungssicherheit. Für 2013 sei Schwarzenberg im Gespräch. Für das Folgejahr gebe es Signale aus Großenhain, Freital und Coswig. Für die nächsten beiden Sachsentage seien wie bisher je 700 000 Euro Zuschuss vom Freistaat vorgesehen.
Oelsnitz erwartet bis Sonntagabend 250.000 bis 300.000 Menschen. Am Sonnabend nutzten viele den Shuttlebusservice, der unter anderem aus Chemnitz, Zwickau, Hohenstein-Ernstthal und Annaberg-Buchholz angeboten wird. Die Regionalbuslinien in und um Oelsnitz fahren bis in die Nacht hinein mit einem stark verdichteten Takt. Oelsnitz sei mit öffentlichen Verkehrsmitteln und den Bussen gut zu erreichen, so Jörg Hascheck vom Organisationsbüro des Volksfestes. Auf den öffentlichen Parkplätzen Am Hofgraben, zwischen Gersdorf und Hohndorf, für die Besucher aus Richtung A4 und auf dem Parkplatz an der B180 zwischen Niederwürschnitz und Lugau für Beuscher, die über die A72 kommen, gibt es rund 15.000 Parkplätze. Am Sonnabendnachmittag wurde der dritte Parkplatz in der Nähe der Abfahrt Hartenstein an der A72 geöffnet. Damit stehen laut Veranstalter insgesamt rund 25.000 Parkplätze zur Verfügung.
Ministerpräsident Stanislaw Tillich hatte Oelsnitz zum Sachsentag-Auftalt als gelungenes Beispiel für das Miteinander von Innovation und Tradition im 20. Jahr seit der Neugründung des Freistaats Sachsen gewürdigt. Ausdrücklich lobte er das bürgerschaftliche Engagement, dessen Wurzeln nicht zuletzt in der Geschichte der Region zu finden seien. "Die Bergleute unter Tage wussten schon immer: Aufs Wir kommt es an, und nicht so sehr aufs Ich."
Bürgermeister Hans-Ludwig Richter lud die Sachsentag-Besucher ein, sich ausgiebig umzusehen. "Fühlen Sie sich wohl und schauen Sie auch in die hintersten Ecken, es ist überall etwas los."
Das 100 Hektar große Festgebiet ist mit 63 Kilometern Wimpelketten und 1800 lebensgroßen Puppen in unterschiedlichsten Kostümen auf regionaltypische Weise geschmückt worden. Höhepunkt der Feierlichkeiten ist der große Festumzug, der am Sonntag, 14 Uhr beginnt.