Nerze, wie dieses braune Exemplar, werden in Döhlen gezüchtet. 
Nerze, wie dieses braune Exemplar, werden in Döhlen gezüchtet.

Foto: Dominik Herz/Fotolia

Tierschutzorganisation wirft Döhlener Pelztierfarm Tierquälerei vor

Inhaber Ronald Schirmer weist Kritik entschieden zurück und setzt zum Gegenangriff an

Döhlen. Die Tierschutzorganisation Peta stellt erneut die Pelztierfarmen in Deutschland an den Pranger. Die Haltung von Nerzen sei nicht artgerecht, die Käfige seien zu klein und verdreckt, noch dazu gäbe es zu wenig Wasser. Das Wort Tierquälerei fällt. Von der Kritik betroffen, ist auch die Pelztierfarm Schirmer und Partner im Seelitzer Ortsteil Döhlen. Doch den Inhaber Ronald Schirmer ficht das nicht an, er sagt: "Tierhalter können nur am Markt erfolgreich sein, wenn sie gut zu ihren Tieren sind. Das ist bei den Landwirten und den Pferdezüchtern so, bei uns auch." Die Vorwürfe von Peta weist er entschieden von sich.

Peter Höffken, Mitarbeiter von Peta: "Käfige von Nerzen dürfen jetzt nicht mehr übereinandergestapelt werden. Zudem muss Nerzen mindestens ein Quadratmeter Fläche zur Verfügung stehen." Das sei oft nicht der Fall. Höffkens Aussage spielt auf die vor ein paar Tagen in Kraft getretene zweite Stufe der 2006 verabschiedeten Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung an, die unter anderem diesen Sachverhalt regelt. Ronald Schirmer entgegnet: "Wir haben noch nie Käfige übereinandergestapelt."

Wenn man Schirmers Aussagen Glauben schenken mag, erscheinen die Angriffe der Tierschutzorganisation tatsächlich als unbegründet. "Wir halten uns seit jeher an Recht und Gesetz", sagt Schirmer und verweist auf regelmäßige Kontrollen des Mittweidaer Veterinäramtes.

Cornelia Kluge, stellvertretende Pressesprecherin des Landratsamtes Mittelsachsen, bestätigt denn auch: "Wir sind regelmäßig in der Anlage und kontrollieren, ob die gesetzlichen Bestimmungen eingehalten werden". Der Zutritt ist Peta verwehrt, was Peter Höffken auf Nachfrage einräumt. "Wir würden gerne, dürfen aber nicht." Höffken macht keinen Hehl daraus, dass ihm die rund 20 Pelzfarmen in Deutschland ein Dorn im Auge sind: "Wir hoffen, dass 2016, wenn die dritte und letzte Stufe der Novelle in Kraft tritt, alle Betriebe dicht machen." Dass sich die gesetzlichen Bestimmungen nochmals verschärfen, weiß auch Ronald Schirmer.

Freilich, was Höffken freut, bereitet dem Döhlener Geschäftsmann Kopfzerbrechen. "Ein Betrieb muss wirtschaftlich arbeiten können", sagt er. Das ist hart genug, gelten außerhalb Deutschland wirtschaftsfreundlichere Spielregeln. Schirmer wäre deshalb zufrieden, wenn hierzulande europäisches Recht zur Anwendung käme. Aber der Gesetzgeber macht ihm das Leben schwerer als nötig. "Wir in Deutschland setzen ja bei allem einen drauf", bemerkt der Geschäftsführer, der mit Sorge in die Zukunft blickt. Kein Wunder, sind bei dem Seelitzer Unternehmen mehr als 50 Menschen in Lohn und Brot, sind zig Familien vom Schicksal der Pelzfarm abhängig. "Wir werden um unsere Existenz kämpfen", kündigt er an.

 
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Tierschutzorganisation wirft Döhlener Pelztierfarm Tierquälerei vor
Nerzzucht in Seelitz
 
erschienen am 20.12.2011 ( Von Alexander Christoph )
© Copyright Chemnitzer Verlag und Druck GmbH & Co. KG
 
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