Menü
 
Immer wenn es Vorteile für nur Wenige gebe, «wird früher oder später das Leben in der Gesellschaft zu einem fruchtbaren Boden für die Korruption, den Rauschgifthandel, die Exklusion verschiedener Kulturen und für die Gewalt», kritisiert Papst Franziskus bei seinem Besuch in Mexiko.
 Bild 1 / 8

Der Papst geht mit Mexikos Kirche hart ins Gericht

erschienen am 13.02.2016

Mexiko-Stadt (dpa) - Papst Franziskus hat bei seinem ersten Besuch in Mexiko die dortige Kirche scharf kritisiert. Das Land brauche keine «Fürsten», sondern Botschafter des Herrn, sagte das Oberhaupt der katholischen Kirche während einer Rede vor den Bischöfen des Landes in Mexiko-Stadt.

Die als sehr konservativ geltende mexikanische Kirche mahnte der 79-jährige Jesuit zu mehr sozialem Engagement. «Wenn Ihr kämpfen müsst, dann kämpft», sagte Franziskus an die Adresse der mehr als 170 mexikanischen Bischöfe.

Konkret forderte der Papst die katholischen Priester zu einem entschlosseneren Kampf gegen die Drogenkartelle auf. «Ich bitte euch, die ethische und zivile Herausforderung nicht zu unterschätzen, die der Drogenhandel für die mexikanische Jugend und die gesamte Gesellschaft darstellt», sagte der Argentinier.

Das Ausmaß des Drogenproblems erfordere von den katholischen Hirten mehr als nur allgemeine Verurteilungen, sagte er weiter. Nötig seien «ein prophetischer Mut» und ein qualifiziertes soziales Projekt der Kirche. Die mexikanischen Geistlichen forderte er auch zur Achtung der indigenen Ureinwohner des Landes auf.

«Die Indios Mexikos warten immer noch, dass ihr Beitrag zum Reichtum des Landes anerkannt wird», sagte er. An anderer Stelle mahnte er, die katholische Kirche dürfe sich in Mexiko nicht auf ihren Lorbeeren ausruhen. Als Teil seines mehrtägigen Besuches in dem Land will Franziskus am Montag auch die indigene Provinz Chiapas besuchen. Die Region im Südosten gilt als eine der ärmsten Mexikos.

In dem lateinamerikanischen Land tobt seit Jahren zudem ein blutiger Krieg zwischen dem Staat und mächtigen Drogenkartellen, die sich auch gegenseitig mit grausamer Härte bekämpfen. Nach Schätzungen sind in den vergangenen 10 Jahren rund 100 000 Menschen wegen des Konflikts getötet worden. Auch Dutzende Geistliche sind der Gewalt zum Opfer gefallen.

Offizielle Seite zum Papst-Besuch in Mexiko

Bericht des katholischen multimedialen Zentrums in Mexiko-Stadt zur Gewalt gegen Geistliche

 
© Copyright dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH
 
0
Lesen Sie auch:
  • 03.09.2016
  • freiepresse.de
  • Panorama
Ian Langsdon
Salma Hayek: «Mexiko macht mich traurig» 

Los Angeles (dpa) - Angesichts von Gewalt, Drogenhandel und Korruption sorgt sich die Schauspielerin Salma Hayek um ihr Heimatland. «Mexiko macht mich ... weiterlesen

  • 01.08.2016
  • freiepresse.de
  • Welt
Daniel Dal Zennaro
Papst: Islam ist nicht Terrorismus 

Rom (dpa) - Nach mehreren islamistischen Anschlägen hat Papst Franziskus davor gewarnt, den Islam mit Terrorismus gleichzusetzen. «Ich mag nicht von islamistischer ... weiterlesen

  • 27.09.2016
  • freiepresse.de
  • Welt
Stephanie Lecocq
Schulz und Juncker sehen noch kein Ende der EU-Krise 

Sie sind vielleicht die profiliertesten Brüsseler Köpfe: Die EU-Veteranen Martin Schulz und Jean-Claude Juncker. Bei der Europawahl waren sie Rivalen, jetzt scheinen sie fast in allem einig. weiterlesen

  • 02.08.2016
  • freiepresse.de
  • Welt
Christophe Petit Tesson
Emotionale Trauerfeier für ermordeten Priester in Frankreich 

Rouen (dpa) - Eine Woche nach dem islamistischen Mord an dem Priester Jacques Hamel hat Frankreich in einer bewegenden Feier Abschied von dem Geistlichen ... weiterlesen

 
Kommentare
0
Kommentieren (für Digital- und Printabonnenten)

 
 
 
 
 
 
am meisten ...
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Unsere Top-News bei Whatsapp & Co.

MorePixels/istockphoto.com

Weitere Informationen finden Sie hier

 
 
 
 
 
 
 
 
 
|||||
mmmmm