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Weitere Tote bei Offensive syrischer Regierungstruppen in Homs

UN und Arabische Liga beraten über gemeinsame Mission in Syrien

Beirut/New York (dapd). Syrische Regierungstruppen haben am Donnerstag nach Angaben der Opposition ihre Offensive in der Protesthochburg Homs fortgesetzt. Die Stadt wurde demnach mit Mörsern und Raketen angegriffen. Dabei seien mindestens 20 Menschen ums Leben gekommen, teilte das Syrische Observatorium für Menschenrechte mit. Wegen der chaotischen Lage in der Stadt sei es nicht möglich, eine genaue Opferzahl zu nennen.

Die jüngste Offensive in Homs begann am Samstag. Seitdem sollen nach Angaben von Aktivisten in der Stadt hunderte Menschen getötet worden sein. Homs gilt als Hochburg des Widerstands gegen das Regime des syrischen Präsident Baschar Assad. Die jüngsten Angriffe syrischer Soldaten richten sich nach Angaben von Aktivisten gegen Wohngebiete in Homs. Es sei der heftigste Beschuss der Stadt seit Beginn des Aufstands im vergangenen März. In Homs, der drittgrößten Stadt Syriens, leben etwa eine Million Menschen.

Unterdessen verlautete aus ranghohen Kreisen der Arabischen Liga, die Organisation wolle bei einem Treffen in der kommenden Woche darüber beraten, ob der oppositionelle Syrische Nationalrat als legitime Vertretung Syiens anerkannt werden soll.

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon teilte am Mittwoch mit, der Leiter der Arabischen Liga wolle Beobachter zurück nach Syrien entsenden. Nabil Elarabi habe die Möglichkeit der Entsendung einer gemeinsamen Beobachtermission mit den Vereinten Nationen angesprochen. Details nannte Ban nicht. Offenbar dient der Vorschlag dem Zweck, die Arabische Liga zu stärken, nachdem sie angesichts der angeschlagenen Sicherheitslage in Syrien ihre Beobachtermission in dem Land ausgesetzt hatte.

Ban sagte, er bedauere zutiefst, dass der Sicherheitsrat nicht in der Lage sei, sich mit einer gemeinsamen Stimme für ein Ende des Blutvergießens in Syrien auszusprechen. Russland und China hatten am Samstag mit ihrem Veto im Sicherheitsrat eine Syrien-Resolution verhindert. Damit sollte ein Friedensplan der Arabischen Liga unterstützte werden, der Assad zum Rücktritt auffordert.

Das Fehlen eines einheitlichen Vorgehens des Sicherheitsrats habe die syrische Regierung dazu ermutigt, ihre Angriffe auf Zivilpersonen zu verstärken, sagte Ban. "Tausende sind kaltblütig getötet worden." Dadurch würden die Behauptungen Assads zunichtegemacht, er spreche für das syrische Volk. "Ich fürchte, die entsetzliche Brutalität, die wir in Homs erleben, bei der schwere Waffen in zivile Nachbarschaften schießen, ist ein düsterer Vorbote von Schlimmerem", sagte der UN-Generalsekretär.

Bei den seit elf Monaten anhaltenden Protesten gegen die syrische Regierung sind nach Schätzungen der UN bislang über 5.400 Menschen ums Leben gekommen.

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erschienen am 09.02.2012
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