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Bremer OHB schnappt EADS den Auftrag für die Galileo-Satelliten weg
Unternehmen stellt acht weitere Satelliten für europäisches Navigationssystem her
Brüssel/Bremen (dapd). Das Bremer Unternehmen OHB hat einen neuen EU-Auftrag für acht Galileo-Satelliten erhalten und sich damit gegen den EADS-Konzern durchgesetzt. Der Auftragswert liegt bei 250 Millionen Euro, wie EU-Industriekommissar Antonio Tajani am Donnerstag mitteilte. Ein Vertrag zwischen OHB und der europäischen Weltraumorganisation ESA sei am selben Tag unterzeichnet worden.
Bereits vor zwei Jahren hatten die Bremer den Zuschlag für 14 Satelliten im Wert von 566 Millionen Euro an Land gezogen. Damit baut das mittelständische Unternehmen insgesamt 22 Satelliten für das europäische Navigationssystem Galileo.
Der OHB-Vorstandsvorsitzende Marco Fuchs sagte, der erneute Zuschlag sei für das Unternehmen ein "enormer Erfolg". Die Auslieferung des ersten Satelliten aus dem ersten Auftrag ist laut Tajani für dieses Jahr geplant. Bis 2014 soll das Unternehmen dann alle eineinhalb Monate einen weiteren Satelliten bereitstellen.
Allerdings gibt es auch für die EADS-Raumfahrttochter Astrium und die französische Firma Arianespace gute Nachrichten. Statt der russischen Sojus-Rakete sollen die Galileo-Satelliten künftig von der leistungsstärkeren Ariane ins All gebracht werden. Die Aufträge für die beiden an Ariane beteiligten Unternehmen haben ein Volumen von je 30 Millionen Euro. Nach EU-Angaben können mit einer Ariane-Rakete mehr Satelliten auf einmal ins All gebracht werden als mit einer Sojus-Rakete.
Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer sagte, Deutschland habe mit dem Folgeauftrag seine Position als Lieferant für Galileo-Satelliten nachhaltig gestärkt. "Ich freue mich sehr über diesen weiteren Auftrag für die deutsche Raumfahrtindustrie, die damit die Basis für das europäische Satellitennavigationssystem Galileo schafft", erklärte der CSU-Politiker. "Wir haben damit gute Voraussetzungen für einen zügigen Systemaufbau", fügte er hinzu.
Das europäische Navigationssystem soll laut Tajani ab 2014 nutzbar sein. "Für das Galileo-Projekt bedeuten die heutigen Unterschriften, dass das Programm planmäßig und innerhalb des verfügbaren Finanzrahmens verläuft", sagte der EU-Kommissar. Galileo soll nach dem Willen der EU die Vormacht des amerikanischen Navigationssystems GPS brechen.
Die Gesamtkosten des Projekts belaufen sich nach Angaben aus Brüssel auf etwa sieben Milliarden Euro. Die ersten beiden Galileo-Satalliten waren bereits im Oktober 2011 ins All geschickt worden.
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