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EZB dreht Banken den Geldhahn auf

Liquiditätsschwemme soll Institute zu mehr Kreditvergaben anregen

Frankfurt/Main (dapd). Die Europäische Zentralbank (EZB) dreht für die angeschlagenen Euro-Banken den Geldhahn auf. Sie will ihnen am (morgigen) Mittwoch unbeschränkte Liquidität für bis zu drei Jahre fast umsonst zur Verfügung stellen. Damit geht sie einen bedeutenden Schritt, der den rund 6.000 registrierten Instituten Planungssicherheit geben und die Kreditvergabe in der Eurozone anregen soll.

Vor der Krise hatte die EZB Geld für maximal drei Monate vergeben, um es möglichst unattraktiv zu machen, dass Banken sich Geld bei der EZB leihen. Stattdessen sollten sich Institute, die Geld brauchten, die Liquidität bei ihren Wettbewerbern holen. Doch schon seit dem Fall der New Yorker Investment Bank Bear Stearns im Frühjahr 2008 begann dieser sogenannte Interbanken-Markt für gegenseitige Schuldverschreibungen auszutrocknen - die Banken trauten einander nicht mehr.

Kurz darauf war die EZB gezwungen, im Markt zu intervenieren. Nach der vom Fall der Investmentbank Lehman Brothers im Herbst 2008 ausgelösten Krise musste die EZB Geld für längere Zeiträume bereitstellen. Der längste Kredit lief bislang jedoch nur 13 Monate. Die günstigen Kreditangebote der EZB waren jeweils auf starke Nachfrage in Milliarden-Euro-Höhe gestoßen.

Das wird auch für die erste Drei-Jahres-Leihe am Mittwoch erwartet. Die Banken sollen - gegen Sicherheiten, die teilweise nur noch die EZB akzeptiert, aber sonst unverkäuflich wären - soviel Geld bekommen, wie sie wollen. Der Zinssatz von einem Prozent wird dabei automatisch für bis zu 1.134 Tage festgeschrieben. Nach einem Jahr können die Banken den Kredit ablösen. Es ist aber unwahrscheinlich, dass sie das tun, wenn dann der Zins nicht unter einem Prozent liegt.

Damit wolle die EZB endlich das Hauptproblem der Krise lösen, sagte EZB-Präsident Mario Draghi, als er die ungewöhnliche Maßnahme Anfang Dezember ankündigte. Er hoffe, dass die Banken danach so viel Geld zur Verfügung haben, dass sie die niedrigen Zinsen endlich an die Unternehmen und die 330 Millionen Verbraucher in der Eurozone weitergeben. "Das Geld zirkuliert einfach nicht" in der Wirtschaft, sagte Draghi. Stattdessen horteten die Banken das Geld aus Angst vor der eigenen Zahlungsunfähigkeit.

dapd

 
erschienen am 20.12.2011
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