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Gute Geschäfte mit der Angst vor dem Haarausfall

Alpecin-Hersteller Dr. Wolff steigerte Umsatz im vergangenen Jahr um sieben Prozent

Düsseldorf (dapd). Die Angst vor Haarausfall beschert dem Bielefelder Kosmetik- und Pharmaunternehmen Dr. Wolff weiter gute Geschäfte. Im vergangenen Jahr steigerte das Familienunternehmen nicht zuletzt dank der guten Nachfrage nach den Anti-Haarausfall-Produkten der Marken Alpecin und Plantur 39 seinen Umsatz um sieben Prozent auf 194 Millionen Euro, wie Firmenchef Eduard Dörrenberg am Montag in Düsseldorf mitteilte. Auch der Gewinn sei "zufriedenstellend", betonte der Unternehmer. Genaue Zahlen nennt das Familienunternehmen hier traditionell nicht.

Mit schriller Reklame, Werbeslogans wie "Doping für die Haare" und knalligen Produktnamen wie "Akne Attack" oder "Schuppen-Killer-Shampoo" befindet sich das 1905 gegründete Familienunternehmen seit einigen Jahren auf einem kräftigen Expansionskurs. Auch im laufenden Jahr will das Unternehmen trotz aller wirtschaftlichen Turbulenzen erneut zulegen. Angestrebt werde ein Umsatzplus von mindestens fünf Prozent, sagte Dörrenberg. Erstmals soll damit der Umsatz die 200-Millionen-Euro-Schwelle überschreiten.

Wachsende Bedeutung haben für das Familienunternehmen dabei Neuentwicklungen wie die Zahncreme Biorepair, die auf Fluor verzichtet und die Zahnoberfläche mit künstlichem Zahnschmelz gegen Abnutzung schützen soll. Hier meldete das Unternehmen ein Absatzplus von 28 Prozent.

Immer wichtiger wird aber auch das Auslandsgeschäft. Die Exporte legten im vergangenen Jahr um 22 Prozent auf 24 Millionen Euro zu. Dabei zeigt sich der Konzern anpassungsfähig: Weil in England der deutsche Werbeslogan "Doping für die Haare" nicht erlaubt war, machte sich das Bielefelder Familienunternehmen kurzerhand das hohe Ansehen deutscher Autobauer auf der Insel zunutze und warb mit dem Slogan: "German engineering for your hair". Mit Erfolg: die Verkaufszahlen für das Shampoo stiegen um mehr als 250 Prozent.

Die Wirksamkeit einiger Produkte ist allerdings nicht unumstritten. Kritik gab es unter anderem von der Stiftung Warentest. Doch wischt Dörrenberg derartige Vorwürfe als innovationsfeindlich vom Tisch.

dapd

 
erschienen am 30.01.2012
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