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IMK-Prognose: Deutschland droht 2012 Konjunktureinbruch

Wirtschaft soll um 0,1 Prozent schrumpfen - Stagnation bremst Erholung am Arbeitsmarkt

Berlin (dapd). Deutschland steht nach Berechnungen des Wirtschaftsforschungsinstituts IMK vor einer heftigen Konjunkturabkühlung. Für das kommende Jahr rechnet das Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung sogar mit einem Schrumpfen der Wirtschaft um 0,1 Prozent. 2011 stieg die Wirtschaftsleistung noch um drei Prozent.

Die wirtschaftliche Entwicklung werde "alles andere als erfreulich sein", sagte IMK-Direktor Gustav Horn am Dienstag in Berlin. Eine Rezession, von der man gemeinhin ab einem Rückgang der Wirtschaftsleistung von mindestens 0,5 Prozent in zwei aufeinanderfolgenden Quartalen spricht, erwartet er jedoch nicht.

Allerdings würden die Exporte "beinahe einbrechen". Nach 8,5 Prozent Zuwachs in diesem Jahr erwartet er bei den Ausfuhren 2012 nur noch ein Plus von 1,6 Prozent. Die deutsche Wirtschaft werde "einen heftigen Schlag" aushalten müssen, sagte Horn.

Schuld sei vor allem die geringere Nachfrage aus immer mehr Nachbarländern, denen umfangreiche Sparprogramme zu schaffen machten. Horn geht davon aus, dass wegen der Staatsschuldenkrise nun mehrere Länder gleichzeitig einen Sparkurs einschlagen. Der Euroraum rutsche deshalb im kommenden Jahr mit einem Konjunkturminus von 0,6 Prozent sogar in eine Rezession. Alle großen europäischen Volkswirtschaften würden 2012 schrumpfen.

Die Stagnation in Deutschland werde nur durch die um 0,6 Prozent zunehmende Kauflust der Verbraucher gedämpft. Ohne den stabilen Konsum hätten die Forscher für das kommende Jahr eine Rezession prognostizieren müssen, sagte Horn. Wegen Bruttolohnsteigerungen um 2,4 Prozent werde der private Konsum im kommenden Jahr jedoch kaum nachlassen.

Insgesamt stoppe die Stagnation in Deutschland jedoch die Erholung am Arbeitsmarkt. Im Jahresdurchschnitt werde die Arbeitslosigkeit im Vergleich zu 2011 nur noch um 0,2 Punkte auf 6,9 Prozent sinken und gegen Jahresende sogar wieder zulegen.

dapd

 
erschienen am 20.12.2011
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